Haushalt
Whiskey vom Baum
0Ja, das waren schon tolle Zeiten, die 50-er: Der Mann kam von der harten Büroarbeit nach Hause, Zeitung, Pantoffel und Abendmantel lagen bereit – und Erna aus Döderstedt brachte das Tablett mit einem Glas Whiskey … Wir wissen nicht, was aus Erna geworden ist. Und leider auch nicht, welche pfiffige Firma damals den Einfall hatte, den Kaffee-Automaten durch einen Whiskey-Automaten zu ersetzen (Bild groß). Aber es wäre sicher einen Versuch wert, Ihrem Betriebsrat einmal einen entsprechenden Vorschlag zu machen – man wird Sie danach mit ganz anderen Augen sehen …
Sie bekämen bei solchen Vorhaben ohnehin Ärger mit Ihrer Partnerin, die auf eine gesunde Ernährung bedacht ist? Kein Problem – auch Obst erfüllt den entsprechenden Zweck. Zumindest, wenn es entsprechend behandelt wird. Claudia aus Bremen erläutert auf Ihrer Seite alles zum Thema “Schnaps selbermachen”. Mit Bildern, Erläuterungen und Tipps. Eine ähnliche Seite bietet zusätzlich sehr leckere Likörrezepte. Da soll noch mal jemand sagen, wir Männer würden uns nicht für Rezepte interessieren …
Okay, okay … jetzt muss schnell noch was ohne Alkohol her, so als Gegengewicht. Da habe ich eine Seite für alkoholfreie Drinks entdeckt, die ich deshalb ausgewählt habe, weil sie zur Site “Philognosie – Wirkendes Wissen” gehört. Die ist generell mal einen Blick wert, da sie eine bunte und umfangreiche Zusammenstellung zu allen möglichen Ratgeber-Themen bietet.
Ordnung auf die Spitze getrieben
2Wir Männer sind ordentliche Wesen. Keiner liebt mehr als wir eine aufgeräumte Wohnung, Zeitungen auf Zeitungsstapeln, Schubladen mit Fächern, Werkzeug aufgehängt an Nägeln usw. Okay, manche gehen dabei bis an die Grenze und richten die Bleistiftspitzen pfeilgrade aus, was mich jetzt an einen Film erinnert, der hier aber nichts zur Sache tut. Für diese Menschen gibt es ein wahres “El Dorado” der Anregungen in Form der Website “Things Organized Neatly” [1]. Ob Gemüse, Bindfäden, Büroartikel, Kleider, Handtaschen – alles, aber auch alles ist dort in aufgeräumten Formen und Varianten abgelichtet. – Und wer das noch eine Nummer größer möchte, der gehe zu den Möbelstücken von Michael Johansson – auch die kleinste Lücke wird dort ausgenutzt. – Wem das jetzt alles zu ordentlich war, für den habe ich noch was: Das WDR-Video “Erbsenzähler. Pedanten unter uns”.
[1] Kleiner Hinweis für iPad-Besitzer: In der App “Flipboard” hat “Things Organized Neatly” eine eigene Rubrik.
LandLust – mit der Primel auf Du und Du
3Männer wissen den dekorativen Charakter organischer Wesenseinheiten durchaus zu schätzen. Was wäre z. B. ein Gurkensandwich ohne Gurken? Oder ein gutes Rührei ohne Schnittlaucheinsprengsel? Ein Mistelzweig ohne Zweig? Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Männer kennen aber auch ihre Grenzen. Wenn etwas zu pflegaufwändig wird, etwa wöchentliche (!) Wässerung erfordert, stellen sie eine innere Kosten-Nutzen-Bilanz auf und verzichten meist auf ausufernde gärtnerische Tätigkeiten.
Dass Frauen da andere Prioritäten setzen, wurde mir just durch einen Medienbeitrag über den Erfolg des Magazins „LandLust“ klar. Natürlich kenne ich diese Zeitschrift schon länger, denn sie steht bei meinem Händler in der Nähe des Regals, in dem sich c’t und Chip befinden. Allerdings dachte ich, dass sie eher eine Nische bedient, vielleicht so wie die „Bäckerblume“ oder „Pferd und Hund“. Weit gefehlt! Mit einer Auflage, die inzwischen die 500.000 übersteigt, gilt das Printprodukt in der Branche als Phänomen. Überwiegend von Frauen gekauft, was ja mal klar war. Nicht, dass wir Männer phantasielos wären – unter dem Begriff „Landlust“ können wir uns durchaus schöne Dinge vorstellen. Aber ich fürchte, dass wir mit unseren Inhalten nicht ganz so erfolgreich am Markt wären.
Männer lernen gerne dazu – werfen wir also einen Blick in die aktuelle Ausgabe, die den verheißungsvollen Untertitel „GartenGlück“ trägt:
Uns empfängt eine grüne Doppelseite (irgendwelche Pflanzen auf einer Wiese) mit der Überschrift „Frühling im Primelgarten“. Toll. Nun wissen wir alle, dass die gemeine Primula aus der Familie der Primulaceae auf der Nordhalbkugel unserer Erde verbreitet ist und im Flachland gelb, in alpinen Regionen hingegen rötlich oder blau blüht (natürlich mit Ausnahme des Aurikels).[1] Aber wollen wir wirklich einen mehrseitigen Artikel darüber lesen?
Weiter zu „Die Zwerge unter den Hühnern“. Prinzipiell haben Männer ein Herz für Minderheiten. Aber wenn es so weit kommt, dass jemand nach dem Lesen des Artikels in einem Forum schreibt „Also wenn ich nicht schon Hühner hätte, dann würde ich beim Durchlesen Lust auf die Hühnerhaltung bekommen“, dann sollte uns das doch eher nachdenklich machen, oder? [2] Ich stelle mir das so wie die Computerspielsucht vor: Mit einem kleinen Hühnchen fängt es an – und am Schluss ist man von Hühnerkäfigen umgeben.
Auch mit praktischen Alltagstipps ist „Landlust“ nicht sparsam. Nehmen wir nur mal die Rubrik „Stauden teilen“ [3]. Dort wird empfohlen, Stauden aus dem Beet zu nehmen und zu teilen. „So bleiben die Stauden wüchsig, blühwillig und gesund.“ Was ist „wüchsig“? Wenn nun Merkel sagen würde: „Unser Wirtschaftswachstum ist wüchsig!“ Wer wollte da widersprechen? Oder „blühwillig“. Sagen Sie einfach mal zu ihrer Arbeitskollegin: „Dein Kaktus da neben dem Monitor sieht überhaupt nicht blühwillig aus.“ Wie wird sie reagieren? Man weiß es nicht.
Ja, so könnten wir noch lange über die Feinheiten unserer Umwelt meditieren. Ich empfehle, in eine Ausgabe zu investieren und diese mit ins nächste Café zu nehmen. Entweder man legt sie dann demonstrativ neben seine Espressotasse. Oder man schlägt sie auf und liest. Denn – und das ist ein Tipp unter Freunden – die Heftgröße ist ideal, um eine Ausgabe der c’t darin zu verbergen!
[1] Zumindest wissen wir so was, wenn wir mal kurz auf der Herrentoilette mit dem Smartphone Wikipedia aufschlagen und dann siegesbewusst an den Tisch zurückkehren.
[2] http://www.huehner-info.de/huefo/thread.php?postid=476116 – man beachte den Namen des Forumsschreibers …
[3] http://www.landlust.de/index.php/Im-Garten/
Bildnachweis: Fotovorlage von Worak unter CC
Unterm Pantoffel
2Wir Männer sind häusliche Typen: Abends von der schweren Arbeit nach Hause kommend haben wir keinen sehnlicheren Wunsch, als ein kühles Bier, ein Paar Pantoffeln und das Notebook zum Sessel gebracht zu bekommen. Aber heutige Freundinnen reagieren auf derartige Dinge eher mit: “Ich glaub, Dein Hamster bohnert!” Tja, für die Geschichte mit dem Bohnern, da gäbe es dieses Schuhwerk bei Amazon – farblich passt das ja zu jeder modernen Inneneinrichtung. Sicher, auch die links abgebildeten Yoda-Schlüpfer sind immer eine Überlegung wert. Alternativ: Die Schlumpf-Slippers. Oder vielleicht lieber jene Tür-Stopper, die Gedanken an Sex and Crime aufkommen lassen? Nein, für echte Männer eher die flotten roten Flitzer. – Da wir gerade beim Fernsehsessel sind: Wie wäre es mit einer “Schüttel-Fernbedienung”? Keine verwirrenden Knöpfchen mehr – einfach in der Luft rumschwingen. Aber Achtung: Im Sommer keine Fliegen damit vertreiben, sonst tönt plötzlich der Mutantenstadel aus dem Fernsehkanal! -Nochmal kurz zurück zum Schuhthema – der fürsorgliche Mann denkt natürlich auch an sein Weibchen, das nach der Abendgala in hohen Stöckelschuhen nach Hause laufen muss. Gönnen Sie Ihr einen bequemeren Fußüberzug und schicken Sie sie einfach zum Automaten – dort rollen dann ein paar flache Pantöffelchen heraus







