Heilung unerwünscht – Die Lobby der Pharmaindustrie
Chronisch Kranke sind eine der stärksten finanziellen Säulen der Pharmaimperien: Immer und immer wieder benötigen sie Medikamente, über Jahre, über Jahrzehnte. In der Tat, zynisch gewendet, eine sichere Einnahmequelle für diesen Industriezweig. Besonders groß ist jene Patientengruppe, die an Hautkrankheiten wie Neurodermitis leidet – geschätzt zwischen 5 und 10 % in den Industriestaaten. Vom Säugling bis zum Senior.
Nun gab es offensichtlich bereits vor rund 20 Jahren die Erfindung eines Medikaments mit sehr einfachen, sehr preisgünstigen Bestandteilen (Vitamin B12, Avocadoöl), das sich – in vielen Bereichen – als wesentlich wirksamer und nahezu frei von Nebenwirkungen im Vergleich z. B. gegenüber cortisonhaltigen Mitteln zeigte. Was sich zunächst wie die übliche Geschichte eines angeblichen “Wundermittels” anhörte stellte sich als belastbar heraus: klinische Studie auf klinische Studie belegten die Wirkung, Hautärzte waren/sind von den überlassenen Proben begeistert, Patienten von Versuchsreihen betteln um die Fortsetzung der Behandlung …
Nun, wird man denken. Glücklicher Erfinder! Pharmakonzerne werden sich ja wohl darum reißen, dieses Medikament in Serie zu produzieren. Ja, in der Tat. Pharmakonzerne und andere Geldgeber waren offensichtlich sehr interessiert. An den Patentrechten. Nicht an der Produktion. Denn wenn man die Patentrechte hat, kann man für lange Zeit verhindern, dass irgendjemand ein Mittel produziert, das am Ende wirklich heilt. Und damit die Einnahmequellen für die eigenen Produktlinien, die z. T. an die 100 Millionen Jahresumsatz ausmachen, wegbrechen …
Den oben beschriebenen Eindruck vermittelt jedenfalls der ARD-Beitrag “Heilung unerwünscht. Wie Pharmakonzerne ein Medikament verhindern”, der gestern gesendet wurde – und der Inhalt klingt für mich sehr plausibel. Und da ich eine der herausragenden Funktionen von Blogs, Twitter und Co. darin sehe, auf Informationen aufmerksam zu machen, die man sonst vielleicht übersieht, tue ich das hiermit:
ARD-Infoseite zum Fernsehbeitrag.
Das Video des Beitrags in der ARD-Mediathek in voller Länge.
Buchankündigung des Verlags Dumont (November 2009).
Wiederholung der Reportage im WDR, 30. 11. 09, 22:00 Uhr.
//Nachtrag: Inzwischen werden in den Medien zwar Zweifel laut, ob diese Rezeptur wirklich “heilt” oder eher nur “lindert” – aber damit wäre ja auch schon mal was gewonnen, oder?





Guten Morgen Herbert,
ein sehr aufschlussreicher Beitrag, der mich schon deshalb interessiert, weil wir Neurodermitis in der eigenen Familie haben. Kortison wird den Patienten von den Dermatologen gerne und in recht hoher Dosis verabreicht.
Steven D!