Zurueck zur eigenen Kindheit - mit GoogleMerkwürdig, dass mir der Gedanke erst heute kam. Die übliche Kette von Assoziationen: Eine Adresse über Google Maps anzeigen lassen, vorher ein Telefonat mit meiner Mutter usw. – bis ich mit einem Mal die Idee hatte, meinen “Grundschul-Schulweg” noch einmal zu gehen. Per Satellitenbilder von Google. 350 km weit weg liegt dieser Weg, den ich schon eine Ewigkeit nicht mehr gesehen habe. Ein kleiner Bauernhof im Odenwald, ursprünglich eine Mühle, noch immer umgeben von Feldern und Ackerwegen. Da trabte ich morgens los. Zu Fuß. Quer zwischen den Feldern durch. Ich weiß nicht mehr genau, was ich in diesen rund 15 Minuten gedacht habe, bis ich das Dorf mit der Schule erreichte (wir hatten damals noch keine MP3-Player – wir mussten denken ;-) ). Sicher nicht viel, denn ich hielt absolut nichts von diesen frühen Zeiten (sich ab 8:00 Uhr morgens von jemandem vorne belabern zu lassen, finde ich noch heute eine der großen Absurditäten unseres Schulwesens). Nachmittags freute ich mich jedenfalls auf das Heimkommen. Obwohl ich ein recht guter Schüler war, habe ich die Schule nie wirklich gemocht. Aber auch nie wirklich verachtet. Sie war etwas, was man hinnahm. Was – in diesen ersten Jahren der Grundschule – sogar recht nützlich war, damit man endlich selbst Bücher lesen konnte. Aber sonst … Das Haus des kleinen Ladengeschäfts habe ich entdeckt, in dem ich mir Drops kaufen durfte, das Schulgebäude, das längst anders genutzt wird, ein kleiner See, den ich schon lange vergessen hatte, Gesten von Schulkameraden ohne Namen, Lehrer, an die ich mich nur erinnere, wenn ich mich an das betreffende Fach erinnere … Ach ja, der kleine Bauernhof sollte später in einer länglichen ARD-Serie zum Wohnort für die Hauptpersonen werden. Ich habe mir nie eine Folge dieser Serie angeschaut. Erinnerungen sind in uns … und nicht an irgendeinem Ort …

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