Musikindustrie: Märchenstunde vorbei

rWas lädt er wohl gerade runter?W alle kennen die kleinen Kinofilmchen, in denen Raubkopierer mit Schwerstverbrechern gleichgestellt werden. Insbesondere die Musikindustrie jammert, dass sie durch diese Computernutzer an den Rand des Ruins gebracht würde – und flink multipliziert sie irgendwelche Downloadzahlen mit Verkaufspreisen und kommt so auf Milliardenbeträge. Das ist natürlich eine recht einfältige Rechnung, denn dass der Einzelhandel in dieser Höhe auch wirklich Verkäufe getätigt hätte, wenn es keine Filesharingsoftware gäbe, war schon immer fragwürdig. In der neuesten Ausgabe des renommierten „Journal of Political Economy“ (Februar 2007) ist nun eine der größten und umfangreichsten Untersuchungen zum diesem Thema erschienen: „The Effect of File Sharing on Record Sales“ (Felix Oberholzer-Gee and Koleman Strumpf, als PDF downloadbar). Über eine Vielzahl von statistischen Variablen wurde untersucht, ob das eben genannte Argument haltbar ist. Das Ergebnis der Studie fiel derart eindeutig aus, dass sogar die beteiligten Forscher überrascht waren: Es besteht schlicht und einfach kein Zusammenhang zwischen der Verkaufszahl einer CD und den Downloads über Filesharingprogramme.
Auf den ersten Blick hört sich das unglaubwürdig an, denn die Umsätze der Musikindustrie sind ja tatsächlich in den letzten Jahren zurück gegangen. Aber dafür gibt es andere Erklärungen, die deutlich tragfähiger sind: So änderte die Industrie beispielsweise in den letzten Jahren ihre Verkaufsstrategie – weg von den CD-Läden hin zu Billigketten wie Wal-Mart, was natürlich die Gewinnspannen deutlich nach unten drückte. Ebenfalls in diesen Jahren endete der „Umstellungsberg“ von Platte auf CD, was vorher zu Doppel-/Neu-Käufen führte. Vor allem aber: Für die „Hauptabnehmergruppe“, die Jugendlichen, gelangten ebenfalls in dieser Zeit in einer enormen Anzahl ganz neue Objekte der Begierde auf den Markt: Handys mit den Folgekosten der Telefonrechnungen, Videokonsolen, PC-Games – ein Riesenmarkt, der zuvor nicht existiert hatte. Das Taschengeld-Gesamtbudget hat sich im gleichen Zeitraum aber nur geringfügig verändert. Mit anderen Worten: Die Jugendlichen gaben ihr Geld halt für interessantere Dinge als die ewig ausgelutschen und chart-geputschen Musikstücke aus.
(Die Studie wurde ebenfalls im Computermagazin von Bayern 5 besprochen – hier der Podcast-Download von der Sendung.)

6 Kommentare

  1. Siegfried
    Feb 26, 2007

    Das wurde aber auch Zeit. Fragt sich, was kommt jetzt von der Musikverwertungsindustrie? Wird jetzt gejammert über die Wissenschaftler, die die Wirtschaft ruinieren, oder kommt jetzt „wir haben das schon immer gewusst und auch nie was Anderes behauptet“?

  2. Siegfried
    Feb 26, 2007

    Das wurde aber auch Zeit. Fragt sich, was kommt jetzt von der Musikverwertungsindustrie? Wird jetzt gejammert über die Wissenschaftler, die die Wirtschaft ruinieren, oder kommt jetzt „wir haben das schon immer gewusst und auch nie was Anderes behauptet“?

  3. Siegfried
    Feb 26, 2007

    Das wurde aber auch Zeit. Fragt sich, was kommt jetzt von der Musikverwertungsindustrie? Wird jetzt gejammert über die Wissenschaftler, die die Wirtschaft ruinieren, oder kommt jetzt „wir haben das schon immer gewusst und auch nie was Anderes behauptet“?

  4. Sacha
    Mrz 12, 2007

    hmmm… gute überlegung Siegfried…ich würd ja sagen es kommt , falls überhaupt, einen mischung aus beidem ! es wird kaum gesagt werden ,dass sie es schon immer gewusst haben ( selbst wenn es der fall sein sollte) …aber ich glaub irgendwie garnicht dran ,dass da eine reaktion von der musikindustrie kommt ! denn da können sie sich nicht rausreden , also werden die wohl schweigen ….

  5. Sacha
    Mrz 12, 2007

    hmmm… gute überlegung Siegfried…ich würd ja sagen es kommt , falls überhaupt, einen mischung aus beidem ! es wird kaum gesagt werden ,dass sie es schon immer gewusst haben ( selbst wenn es der fall sein sollte) …aber ich glaub irgendwie garnicht dran ,dass da eine reaktion von der musikindustrie kommt ! denn da können sie sich nicht rausreden , also werden die wohl schweigen ….

  6. Sacha
    Mrz 12, 2007

    hmmm… gute überlegung Siegfried…ich würd ja sagen es kommt , falls überhaupt, einen mischung aus beidem ! es wird kaum gesagt werden ,dass sie es schon immer gewusst haben ( selbst wenn es der fall sein sollte) …aber ich glaub irgendwie garnicht dran ,dass da eine reaktion von der musikindustrie kommt ! denn da können sie sich nicht rausreden , also werden die wohl schweigen ….

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Musikindustrie: Märchenstunde vorbei

rWas lädt er wohl gerade runter?W alle kennen die kleinen Kinofilmchen, in denen Raubkopierer mit Schwerstverbrechern gleichgestellt werden. Insbesondere die Musikindustrie jammert, dass sie durch diese Computernutzer an den Rand des Ruins gebracht würde – und flink multipliziert sie irgendwelche Downloadzahlen mit Verkaufspreisen und kommt so auf Milliardenbeträge. Das ist natürlich eine recht einfältige Rechnung, denn dass der Einzelhandel in dieser Höhe auch wirklich Verkäufe getätigt hätte, wenn es keine Filesharingsoftware gäbe, war schon immer fragwürdig. In der neuesten Ausgabe des renommierten „Journal of Political Economy“ (Februar 2007) ist nun eine der größten und umfangreichsten Untersuchungen zum diesem Thema erschienen: „The Effect of File Sharing on Record Sales“ (Felix Oberholzer-Gee and Koleman Strumpf, als PDF downloadbar). Über eine Vielzahl von statistischen Variablen wurde untersucht, ob das eben genannte Argument haltbar ist. Das Ergebnis der Studie fiel derart eindeutig aus, dass sogar die beteiligten Forscher überrascht waren: Es besteht schlicht und einfach kein Zusammenhang zwischen der Verkaufszahl einer CD und den Downloads über Filesharingprogramme.
Auf den ersten Blick hört sich das unglaubwürdig an, denn die Umsätze der Musikindustrie sind ja tatsächlich in den letzten Jahren zurück gegangen. Aber dafür gibt es andere Erklärungen, die deutlich tragfähiger sind: So änderte die Industrie beispielsweise in den letzten Jahren ihre Verkaufsstrategie – weg von den CD-Läden hin zu Billigketten wie Wal-Mart, was natürlich die Gewinnspannen deutlich nach unten drückte. Ebenfalls in diesen Jahren endete der „Umstellungsberg“ von Platte auf CD, was vorher zu Doppel-/Neu-Käufen führte. Vor allem aber: Für die „Hauptabnehmergruppe“, die Jugendlichen, gelangten ebenfalls in dieser Zeit in einer enormen Anzahl ganz neue Objekte der Begierde auf den Markt: Handys mit den Folgekosten der Telefonrechnungen, Videokonsolen, PC-Games – ein Riesenmarkt, der zuvor nicht existiert hatte. Das Taschengeld-Gesamtbudget hat sich im gleichen Zeitraum aber nur geringfügig verändert. Mit anderen Worten: Die Jugendlichen gaben ihr Geld halt für interessantere Dinge als die ewig ausgelutschen und chart-geputschen Musikstücke aus.
(Die Studie wurde ebenfalls im Computermagazin von Bayern 5 besprochen – hier der Podcast-Download von der Sendung.)

6 Kommentare

  1. Siegfried
    Feb 26, 2007

    Das wurde aber auch Zeit. Fragt sich, was kommt jetzt von der Musikverwertungsindustrie? Wird jetzt gejammert über die Wissenschaftler, die die Wirtschaft ruinieren, oder kommt jetzt „wir haben das schon immer gewusst und auch nie was Anderes behauptet“?

  2. Siegfried
    Feb 26, 2007

    Das wurde aber auch Zeit. Fragt sich, was kommt jetzt von der Musikverwertungsindustrie? Wird jetzt gejammert über die Wissenschaftler, die die Wirtschaft ruinieren, oder kommt jetzt „wir haben das schon immer gewusst und auch nie was Anderes behauptet“?

  3. Siegfried
    Feb 26, 2007

    Das wurde aber auch Zeit. Fragt sich, was kommt jetzt von der Musikverwertungsindustrie? Wird jetzt gejammert über die Wissenschaftler, die die Wirtschaft ruinieren, oder kommt jetzt „wir haben das schon immer gewusst und auch nie was Anderes behauptet“?

  4. Sacha
    Mrz 12, 2007

    hmmm… gute überlegung Siegfried…ich würd ja sagen es kommt , falls überhaupt, einen mischung aus beidem ! es wird kaum gesagt werden ,dass sie es schon immer gewusst haben ( selbst wenn es der fall sein sollte) …aber ich glaub irgendwie garnicht dran ,dass da eine reaktion von der musikindustrie kommt ! denn da können sie sich nicht rausreden , also werden die wohl schweigen ….

  5. Sacha
    Mrz 12, 2007

    hmmm… gute überlegung Siegfried…ich würd ja sagen es kommt , falls überhaupt, einen mischung aus beidem ! es wird kaum gesagt werden ,dass sie es schon immer gewusst haben ( selbst wenn es der fall sein sollte) …aber ich glaub irgendwie garnicht dran ,dass da eine reaktion von der musikindustrie kommt ! denn da können sie sich nicht rausreden , also werden die wohl schweigen ….

  6. Sacha
    Mrz 12, 2007

    hmmm… gute überlegung Siegfried…ich würd ja sagen es kommt , falls überhaupt, einen mischung aus beidem ! es wird kaum gesagt werden ,dass sie es schon immer gewusst haben ( selbst wenn es der fall sein sollte) …aber ich glaub irgendwie garnicht dran ,dass da eine reaktion von der musikindustrie kommt ! denn da können sie sich nicht rausreden , also werden die wohl schweigen ….

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Musikindustrie: Märchenstunde vorbei

rWas lädt er wohl gerade runter?W alle kennen die kleinen Kinofilmchen, in denen Raubkopierer mit Schwerstverbrechern gleichgestellt werden. Insbesondere die Musikindustrie jammert, dass sie durch diese Computernutzer an den Rand des Ruins gebracht würde – und flink multipliziert sie irgendwelche Downloadzahlen mit Verkaufspreisen und kommt so auf Milliardenbeträge. Das ist natürlich eine recht einfältige Rechnung, denn dass der Einzelhandel in dieser Höhe auch wirklich Verkäufe getätigt hätte, wenn es keine Filesharingsoftware gäbe, war schon immer fragwürdig. In der neuesten Ausgabe des renommierten „Journal of Political Economy“ (Februar 2007) ist nun eine der größten und umfangreichsten Untersuchungen zum diesem Thema erschienen: „The Effect of File Sharing on Record Sales“ (Felix Oberholzer-Gee and Koleman Strumpf, als PDF downloadbar). Über eine Vielzahl von statistischen Variablen wurde untersucht, ob das eben genannte Argument haltbar ist. Das Ergebnis der Studie fiel derart eindeutig aus, dass sogar die beteiligten Forscher überrascht waren: Es besteht schlicht und einfach kein Zusammenhang zwischen der Verkaufszahl einer CD und den Downloads über Filesharingprogramme.
Auf den ersten Blick hört sich das unglaubwürdig an, denn die Umsätze der Musikindustrie sind ja tatsächlich in den letzten Jahren zurück gegangen. Aber dafür gibt es andere Erklärungen, die deutlich tragfähiger sind: So änderte die Industrie beispielsweise in den letzten Jahren ihre Verkaufsstrategie – weg von den CD-Läden hin zu Billigketten wie Wal-Mart, was natürlich die Gewinnspannen deutlich nach unten drückte. Ebenfalls in diesen Jahren endete der „Umstellungsberg“ von Platte auf CD, was vorher zu Doppel-/Neu-Käufen führte. Vor allem aber: Für die „Hauptabnehmergruppe“, die Jugendlichen, gelangten ebenfalls in dieser Zeit in einer enormen Anzahl ganz neue Objekte der Begierde auf den Markt: Handys mit den Folgekosten der Telefonrechnungen, Videokonsolen, PC-Games – ein Riesenmarkt, der zuvor nicht existiert hatte. Das Taschengeld-Gesamtbudget hat sich im gleichen Zeitraum aber nur geringfügig verändert. Mit anderen Worten: Die Jugendlichen gaben ihr Geld halt für interessantere Dinge als die ewig ausgelutschen und chart-geputschen Musikstücke aus.
(Die Studie wurde ebenfalls im Computermagazin von Bayern 5 besprochen – hier der Podcast-Download von der Sendung.)

6 Kommentare

  1. Siegfried
    Feb 26, 2007

    Das wurde aber auch Zeit. Fragt sich, was kommt jetzt von der Musikverwertungsindustrie? Wird jetzt gejammert über die Wissenschaftler, die die Wirtschaft ruinieren, oder kommt jetzt „wir haben das schon immer gewusst und auch nie was Anderes behauptet“?

  2. Siegfried
    Feb 26, 2007

    Das wurde aber auch Zeit. Fragt sich, was kommt jetzt von der Musikverwertungsindustrie? Wird jetzt gejammert über die Wissenschaftler, die die Wirtschaft ruinieren, oder kommt jetzt „wir haben das schon immer gewusst und auch nie was Anderes behauptet“?

  3. Siegfried
    Feb 26, 2007

    Das wurde aber auch Zeit. Fragt sich, was kommt jetzt von der Musikverwertungsindustrie? Wird jetzt gejammert über die Wissenschaftler, die die Wirtschaft ruinieren, oder kommt jetzt „wir haben das schon immer gewusst und auch nie was Anderes behauptet“?

  4. Sacha
    Mrz 12, 2007

    hmmm… gute überlegung Siegfried…ich würd ja sagen es kommt , falls überhaupt, einen mischung aus beidem ! es wird kaum gesagt werden ,dass sie es schon immer gewusst haben ( selbst wenn es der fall sein sollte) …aber ich glaub irgendwie garnicht dran ,dass da eine reaktion von der musikindustrie kommt ! denn da können sie sich nicht rausreden , also werden die wohl schweigen ….

  5. Sacha
    Mrz 12, 2007

    hmmm… gute überlegung Siegfried…ich würd ja sagen es kommt , falls überhaupt, einen mischung aus beidem ! es wird kaum gesagt werden ,dass sie es schon immer gewusst haben ( selbst wenn es der fall sein sollte) …aber ich glaub irgendwie garnicht dran ,dass da eine reaktion von der musikindustrie kommt ! denn da können sie sich nicht rausreden , also werden die wohl schweigen ….

  6. Sacha
    Mrz 12, 2007

    hmmm… gute überlegung Siegfried…ich würd ja sagen es kommt , falls überhaupt, einen mischung aus beidem ! es wird kaum gesagt werden ,dass sie es schon immer gewusst haben ( selbst wenn es der fall sein sollte) …aber ich glaub irgendwie garnicht dran ,dass da eine reaktion von der musikindustrie kommt ! denn da können sie sich nicht rausreden , also werden die wohl schweigen ….

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