Kölsch für Ausländer
Früher waren Sprachkurse eine trockene Angelegenheit, wenn man nicht ein Bierchen zur Hand hatte. “I am very thirsty – please show me the way to the nex pharmacy”, dröhnte es da vom Kassettenrecorder. Heute sind wir wesentlich weiter. Ausländern helfen wir mit lebensnahen Dialogen weiter. Damit meine ich keineswegs die Reden eines gewissen rasenden Rolands aus Hessen, der schon mal so was von sich gibt wie: “Auch Ausländer sind Menschen”. Sinngemäß. Wobei Sinn … und Roland Koch … ja eigentlich ein Widerspruch in sich … Aber ich schweife ab. Jedenfalls bietet der Rundfunksender “Deutsche Welle” jede Menge Audio-Dateien in der Rubrik “Deutsch lernen” an. Zielsicher fiel dort mein Blick auf Folge 8 “Wieso nicht?”, die sich mit Bier befasst. Also eigentlich mit Kölsch. Wobei Bier … und Kölsch … ja eigentlich … Aber ich wiederhole mich.
Jedenfalls trägt die Folge den Untertitel: “Eine Runde Kölsch oder wie Lisa zu früh ins ‘Früh’ kam.” Derart gelungene Wortspiele erregen immer meine Aufmerksamkeit (dat Früh is ene Kölsch-Brauerei, aber dat wisst ihr Jungs ja eh all). Ich höre mir also die mp3-Datei an und verfolge gespannt die Handlung:
Lisa sitzt im Zug und bemerkt, dass im Speisewagen deutsche Männer überwiegend in Anzügen vor sich hin telefonieren. Dabei trifft sie einen Hamburger, der sich in Köln nicht auskennt und Lisa fragt, ob sie eine Brauerei namens Früh kennt. Das ist nun ein toller Zufall, denn Lisa ist ausgerechnet im Früh mit ihrer Freundin Maria verabredet. Maria ist Italienerin und blickt es nicht: sie hat das Telegramm “Um 8 Uhr im Früh” so verstanden, dass sie ab 8 Uhr morgens in der Kneipe zu sein hätte. Dabei lernen wir, dass Maria bereits ganz schön viele Striche auf dem Bierdeckel hat, ihr das aber gar nichts ausmacht …
Noch gelungener finde ich “Uwe aus dem All”. In diesen Folgen geht es um einen Bewohner des Planeten “Elfmetra”. Ihn begleitet Susi mit einer rauchig-erotischen Stimme, die ihm die Fußballregeln erklärt, während sie mit Dieter aus Hamburg flirtet. Ganz nebenbei erfährt der geneigte Ausländer, wer Uwe Seeler ist (Folge 2, “Uwe im Hotel”) und was “Arschkarte” bedeutet. Toll, so was wird den Sprachwilligen im Leben weiter bringen. Zum Beispiel wenn es um die Sprachtests zur Anerkennung für die deutsche Staatsbürgerschaft geht. Schön finde ich auch, dass der Hamburger Dieter sich gar nicht erst die Mühe gibt, Hochdeutsch zu reden, während der Außerirdische mit vollem Mund nuschelt …
Weiterhin finde ich die Einleitung der Deutschen Welle zu all diesen Folgen gelungen:
“Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien.”




deutsch für Ausländer finde ich gut
auch kölsch für alle
kann ich dich als Freund eiinladn?
gruß roll