BILD – es hackt!

bild zeitung

dumm-didi-dumm

Ja, ich mag sie, die Frau mit dem biblischen Namen: Judith, Judith Holofernes. Da sich die Sache im Frühjahr abspielte, werden einige den Vorgang schon kennen – ich bin gerade durch einen ARD-Podcast [1] darauf aufmerksam geworden. Es dabei um diese Werbeclip-Serie der BILD-Zeitung mit „Prominenten“, die vor der Kamera auch mal sagen dürfen: „Bild? Naaaa jaaa …“ Thomas Gottschalk, Mario Barth, Veronica Ferres usw. haben da ihren Senf schon dazu gegeben. Also dachte sich die Werbeagentur wohl: Warum nicht mal jemand von der Band „Wir sind Helden“? Immerhin werden für jeden Auftritt 10.000 Euro für ein „gutes Werk“ gespendet – und man darf, wie schon erwähnt, auch richtig böse Dinge sagen.
Judith hate ihre Antwort an die Agentur als offenen Brief ins Netz gestellt. Dass dieser Brief negativ ausgefallen ist, ist ja nun nicht gar so verwunderlich. Schließlich ist Judith bei klarem Verstand [2]. Bemerkenswert ist aber der Inhalt …

… ihres Schreibens: Sehr treffsicher reisst sie den Werbetreibenden, die natürlich selbst wissen, an welche Art von Medium sie sich verkauft haben, die Maske vom Gesicht. Kleiner Auszug:

„Ich glaub, es hackt. … Selten hat eine Werbekampagne so geschickt mit der Dummheit auf allen Seiten gespielt. … Ihr [Angestellten der Werbeagentur], liebe jungdynamische Menschen, die ihr, zumindest in einem sehr spezialisierten Teil eures Gehirns, genau wisst, was ihr tut. … Das Problem dabei: ich hab wahrscheinlich mit der Hälfte von euch studiert, und ich weiß, dass ihr im ersten Semester lernt, dass das Medium die Botschaft ist. … Das heißt: ich weiß, dass ihr wisst, und ich weiß, dass ihr drauf scheißt.“

Das Anschreiben und der Antwort-Brief sind auf der Homepage von „Wir sind Helden“ zu finden. Danach gab es noch ein interessantes Interview mit der „taz“. Die BILD-Agentur hat dann einfach das Schreiben von Judith genommen, in die Zeitung gesetzt und das BILD-Logo drunter getan, in der Hoffnung, dass Judith nun richtig Radau machen würde. Tat sie aber nicht. Und das war die einzig richtige Antwort. Ich sag‘ doch: Judith ist ein helles Köpfchen! 🙂

 

[1] „Frische Ware braucht der Markt. Neue Wege in der Werbeindustrie.“ [Mediathek] Die ganze Sendung ist sehr gut – reinhören lohnt!
[2] Alice Schwarzer hingegen – inzwischen in BILD-Diensten in Sachen Kachelmann – erst vor einigen Wochen in einer Talkshow ernsthaft (!) diese Zeitung als „anständiges Blatt“ bezeichnet … das nur mal so am Rand …

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Ja, ich mag sie, die Frau mit dem biblischen Namen: Judith, Judith Holofernes. Da sich die Sache im Frühjahr abspielte, werden einige den Vorgang schon kennen – ich bin gerade durch einen ARD-Podcast [1] darauf aufmerksam geworden. Es dabei um diese Werbeclip-Serie der BILD-Zeitung mit „Prominenten“, die vor der Kamera auch mal sagen dürfen: „Bild? Naaaa jaaa …“ Thomas Gottschalk, Mario Barth, Veronica Ferres usw. haben da ihren Senf schon dazu gegeben. Also dachte sich die Werbeagentur wohl: Warum nicht mal jemand von der Band „Wir sind Helden“? Immerhin werden für jeden Auftritt 10.000 Euro für ein „gutes Werk“ gespendet – und man darf, wie schon erwähnt, auch richtig böse Dinge sagen.
Judith hate ihre Antwort an die Agentur als offenen Brief ins Netz gestellt. Dass dieser Brief negativ ausgefallen ist, ist ja nun nicht gar so verwunderlich. Schließlich ist Judith bei klarem Verstand [2]. Bemerkenswert ist aber der Inhalt …

… ihres Schreibens: Sehr treffsicher reisst sie den Werbetreibenden, die natürlich selbst wissen, an welche Art von Medium sie sich verkauft haben, die Maske vom Gesicht. Kleiner Auszug:

„Ich glaub, es hackt. … Selten hat eine Werbekampagne so geschickt mit der Dummheit auf allen Seiten gespielt. … Ihr [Angestellten der Werbeagentur], liebe jungdynamische Menschen, die ihr, zumindest in einem sehr spezialisierten Teil eures Gehirns, genau wisst, was ihr tut. … Das Problem dabei: ich hab wahrscheinlich mit der Hälfte von euch studiert, und ich weiß, dass ihr im ersten Semester lernt, dass das Medium die Botschaft ist. … Das heißt: ich weiß, dass ihr wisst, und ich weiß, dass ihr drauf scheißt.“

Das Anschreiben und der Antwort-Brief sind auf der Homepage von „Wir sind Helden“ zu finden. Danach gab es noch ein interessantes Interview mit der „taz“. Die BILD-Agentur hat dann einfach das Schreiben von Judith genommen, in die Zeitung gesetzt und das BILD-Logo drunter getan, in der Hoffnung, dass Judith nun richtig Radau machen würde. Tat sie aber nicht. Und das war die einzig richtige Antwort. Ich sag‘ doch: Judith ist ein helles Köpfchen! 🙂

 

[1] „Frische Ware braucht der Markt. Neue Wege in der Werbeindustrie.“ [Mediathek] Die ganze Sendung ist sehr gut – reinhören lohnt!
[2] Alice Schwarzer hingegen – inzwischen in BILD-Diensten in Sachen Kachelmann – erst vor einigen Wochen in einer Talkshow ernsthaft (!) diese Zeitung als „anständiges Blatt“ bezeichnet … das nur mal so am Rand …

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Ja, ich mag sie, die Frau mit dem biblischen Namen: Judith, Judith Holofernes. Da sich die Sache im Frühjahr abspielte, werden einige den Vorgang schon kennen – ich bin gerade durch einen ARD-Podcast [1] darauf aufmerksam geworden. Es dabei um diese Werbeclip-Serie der BILD-Zeitung mit „Prominenten“, die vor der Kamera auch mal sagen dürfen: „Bild? Naaaa jaaa …“ Thomas Gottschalk, Mario Barth, Veronica Ferres usw. haben da ihren Senf schon dazu gegeben. Also dachte sich die Werbeagentur wohl: Warum nicht mal jemand von der Band „Wir sind Helden“? Immerhin werden für jeden Auftritt 10.000 Euro für ein „gutes Werk“ gespendet – und man darf, wie schon erwähnt, auch richtig böse Dinge sagen.
Judith hate ihre Antwort an die Agentur als offenen Brief ins Netz gestellt. Dass dieser Brief negativ ausgefallen ist, ist ja nun nicht gar so verwunderlich. Schließlich ist Judith bei klarem Verstand [2]. Bemerkenswert ist aber der Inhalt …

… ihres Schreibens: Sehr treffsicher reisst sie den Werbetreibenden, die natürlich selbst wissen, an welche Art von Medium sie sich verkauft haben, die Maske vom Gesicht. Kleiner Auszug:

„Ich glaub, es hackt. … Selten hat eine Werbekampagne so geschickt mit der Dummheit auf allen Seiten gespielt. … Ihr [Angestellten der Werbeagentur], liebe jungdynamische Menschen, die ihr, zumindest in einem sehr spezialisierten Teil eures Gehirns, genau wisst, was ihr tut. … Das Problem dabei: ich hab wahrscheinlich mit der Hälfte von euch studiert, und ich weiß, dass ihr im ersten Semester lernt, dass das Medium die Botschaft ist. … Das heißt: ich weiß, dass ihr wisst, und ich weiß, dass ihr drauf scheißt.“

Das Anschreiben und der Antwort-Brief sind auf der Homepage von „Wir sind Helden“ zu finden. Danach gab es noch ein interessantes Interview mit der „taz“. Die BILD-Agentur hat dann einfach das Schreiben von Judith genommen, in die Zeitung gesetzt und das BILD-Logo drunter getan, in der Hoffnung, dass Judith nun richtig Radau machen würde. Tat sie aber nicht. Und das war die einzig richtige Antwort. Ich sag‘ doch: Judith ist ein helles Köpfchen! 🙂

 

[1] „Frische Ware braucht der Markt. Neue Wege in der Werbeindustrie.“ [Mediathek] Die ganze Sendung ist sehr gut – reinhören lohnt!
[2] Alice Schwarzer hingegen – inzwischen in BILD-Diensten in Sachen Kachelmann – erst vor einigen Wochen in einer Talkshow ernsthaft (!) diese Zeitung als „anständiges Blatt“ bezeichnet … das nur mal so am Rand …

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