Computer-Liebe

Frauen können oft nicht verstehen, weshalb sich Männer so innig mit ihrem Computer beschäftigen. Sie halten ihn (den Computer, nicht den Partner!) oft nur für eine "seelenlose Blechkiste", für eine "Maschine", für ein "Ding" usw.

Das ist schade, denn offensichtlich fehlt vielen Frauen das Auge für die "inneren Werte" - für jene transzendentale Dimension, die dem Mann in seiner emotional-kognitiven Ganzheit zu eigen ist.

[Auch auf dieser Seite: "Klagelied eines sentimentalen Programmierers"]

 

Während es scheint, als ob Männer im schimmernden Glanz des Monitors vor sich hindämmern, halten sie in Wirklichkeit intensive Zwiegespräche, die für Aussenstehende schwer zu durchschauen sind. An dieser Stelle sei ein kleiner Einblick in die weiblichen Codes der Computersystem gewährt:


Datei nicht gefunden...........Ich brauche mehr Zeit.

Passwort eingeben..............Überrede mich!

Passwort falsch................Warst Du bei einer anderen 
                               mit Deinen Gedanken?

System angehalten..............Ich habe Kopfschmerzen!

Bitte warten...................Was soll die Eile? 
                               Wir haben die ganze Nacht für uns! 

Datei geöffnet.................Ich brauche Dich.

Ready..........................Ich will Dich.

Eingabe tätigen................Ich will Dich jetzt!

Ungültige Eingabe..............Weißt Du noch immer nicht,
                               wo Du mich anfassen mußt?

Datei nicht gefunden...........Wir reden zu wenig miteinander.

Unbekannter Fehler.............Ich habe das noch mit keinem
                               anderen getan!

Netzwerkfehler.................Immer sitzen wir zu Hause rum.

Drücken Sie "Hilfe"............Mir kannst Du alles erzählen.

Keine Diskette im Laufwerk.....Ich fühle mich so leer ...

CD-ROM kann nicht beschrieben
werden......................... ... und ausgebrannt!

Ungenügender Arbeitsspeicher...Ich bin müde. 
                               Laß uns morgen weiterreden.

Druckjob nicht beendet.........Ich bin noch nicht soweit.

System herunterfahren?.........DU bist mal wieder als erster fertig!
                               Und wer fragt nach mir?

 

Reinhard Mey, jener prophetisch begabter Balladen-Sänger, hat die Tragik bereits vor Jahrzehnten erkannt und in einem Lied festgehalten:

Klagelied eines sentimentalen Programmierers

Die 11 X/13 war meine Passion;
Sie war meine Liebe, mein Stolz und mein Lohn.
Einst waren wir glücklich, und was uns verband,
War viel mehr als nur Symbole auf magnetischem Band.
Sie war eine Venus aus Drähten und Chrom;
Ich war Programmierer, hatte grad mein Diplom.
Ich dichtete Tabellen
Für ihre Speicherzellen.
Ich liebte sie platonisch,
Sie liebte elektronisch.
Ich hörte ihr Rattern und ihr Fiepen so gern,
Und mir leuchteten ihre Lämpchen grad als wie die Stern'.

(An dieser Stelle macht sich das Fehlen eines Stehgeigers ganz besonders schmerzlich bemerkbar.)

Die 11 X/13 war meine Passion;
Sie war meine Liebe, mein Stolz und mein Lohn.
Und was in ihr vorging, das ahnte ich allein,
Das heißt, ich glaubte zumindest, der einzige zu sein.


Bis vorige Woche der Herr Bröselmann kam,
Ein Heimlehrgangsprogrammierer vom Büro nebenan.
Sie hat mich belogen,
mit Bröselmann betrogen!
Er hat sie gefüttert,
und, was mich erschüttert,
Ist, daß ich tags drauf eine Lochkarte fand,
Auf der "Oh Du göttlicher Bröselmann" stand.

(An dieser Stelle dagegen wäre die Gegenwart eines Stehgeigers vollkommen überflüssig!)

Die 11 X/13 war meine Passion;
Doch es war nur Berechnung und eiskalter Hohn.
Aber heut nehm' ich Rache, und dann schneid' ich ihr knapp
Hinterlistig und gemein das Stromkabel ab!

:

 

 

Startseite Untermenü ein Brief an Herbert