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Autor Thema: The Gods Themselves  (Gelesen 2911 mal)
Lucius Granfoy
Writing Journeyman
Animagus
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« am: 15. Nov. 03, 12:33 »

Zu deutsch heißt das Buch komischerweise "Lunatico".

Egal.
Meiner Meinung nach handelt es sich wahrscheinlich um das genialste Buch von Asimov, und das heißt einiges. Leser von Asimov wissen, daß jedes seiner Bücher ein absolut geniales Ende bietet, jedes Mal staunt der Leser ob der vollkommen verblüffenden, und dennoch vollkommen stimmigen Auflösung.
Asimov sollte Drehbücher schreiben -- dann würden solche Schlappen wie Matrix 3 nicht mehr geschehen.

The Gods Themselves beschreibt die Geschichte eines Mannes, der durch Zufall ein Verfahren gefunden hat, das es möglich macht, Material mit einem Paralleluniversum zu tauschen: man schickt ein Wolframisotop hin und bekommt ein anderes Wolframisotop zurück. Das interessante daran: das zurückgeschickte Isotop ist dermaßen instabil, daß es zerfällt => eine ideale Energiequelle!

Zwei Universen stehen also in Wechselwirkung. Doch irgendwann bemerkt der Erfinder, daß es eine Gefahr gibt: durch diesen ständigen Kontakt übertragen sich langsam die physikalischen Gesetze des Paralleluniversums auf das Unsere. Das bedeutet: die Sonne wird langsam instabil und wird in nicht allzu ferner Zukunft explodieren und die Galaxis zerstören. Doch keiner will auf die Angst des Wissenschaftlers hören.

So weit ist das Buch absolut gähnend langweilig. Aber jetzt wagt Asimov einen historischen Sprung: er erzählt im zweiten Teil des Buches die Geschichte aus den Augen der Bewohner des Paralleluniversums. Und die sind nicht wie die "klassischen" Aliens beschrieben, sondern *vollkommen* anders. Sie sind mit nichts vergleichbar, was es in unserer Fiktion bisher gibt. Und trotzdem schafft es Asimov, diese vollkommen fremden Wesen mit ihren verworrenen physikalischen Gesetzen so gut zu beschreiben, daß man sich in sie hineinversetzt fühlt.

Diese Beschreibung etwas so unbegreiflich Fremden, daß es eigentlich keine Worte dafür gibt, macht das Buch absolut lesenswert und einmalig.

Im dritten Teil des Buches wechselt die Erzählperspektive zurück in unsere Welt -- auf den Mond. Und hier wird dann das geniale Finale vorbereitet, das unsere Galaxie vor der Zerstörung bewahrt -- wie immer absolut unvorhersehbar, absolut erstaunlich und absolut logisch.
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“By the tickling of my nose
Evil from the crypt arose.” - Shake 's Beer

„Bei dem Tröpfeln meiner Nas’
kommt aus dieser Gruft das Bös’.“
hermine333
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« Antworten #1 am: 16. Nov. 03, 16:42 »

tja da siehst du es mal wieder luc das buch kennt keine sau Lieb
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Elphias Doge
Wirklich Hohes Tier
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« Antworten #2 am: 17. Nov. 03, 09:14 »

Noch nicht einmal Luc selber. Der "Erfinder" ist ein blinder Narr, der
noch nicht einmal an die Gefahr glaubt, selbst wenn sie ihm ins
Gesicht starrt. Mit seinem gewaltigen Einfluss lässt er sogar seine
Kritiker mundtot machen. Von seinen Tätowierungen möchte ich
jetzt noch nicht einmal anfangen.


Entschuldigung, Lucius, aber da hattest du wirklich ein
entscheidendes Detail übersehen.
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Lucius Granfoy
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Animagus
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« Antworten #3 am: 19. Nov. 03, 23:35 »

Noch nicht einmal Luc selber. Der "Erfinder" ist ein blinder Narr, der
noch nicht einmal an die Gefahr glaubt, selbst wenn sie ihm ins
Gesicht starrt. Mit seinem gewaltigen Einfluss lässt er sogar seine
Kritiker mundtot machen. Von seinen Tätowierungen möchte ich
jetzt noch nicht einmal anfangen.


Entschuldigung, Lucius, aber da hattest du wirklich ein
entscheidendes Detail übersehen.


hmm? Redest du vom Buchinhalt?
An eine Tätowierung erinnere ich mich nicht. Aber der "Erfinder" von dem du redest, ist doch in Wahrheit garnicht der Erfinder, sondern nur einer, der die Entdeckung eines anderen ausgenutzt hat.
Der wahre Entdecker hatte ja überhaupt keinen Einfluß mehr. Er *wurde* mundtot gemacht.
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« Antworten #4 am: 20. Nov. 03, 07:53 »

hmm? Redest du vom Buchinhalt?
An eine Tätowierung erinnere ich mich nicht. Aber der "Erfinder" von dem du redest, ist doch in Wahrheit garnicht der Erfinder, sondern nur einer, der die Entdeckung eines anderen ausgenutzt hat.
Der wahre Entdecker hatte ja überhaupt keinen Einfluß mehr. Er *wurde* mundtot gemacht.

Tja, lies es am besten mal wieder.  Zwinker

Also, ein mäßig begabter Wissenschaftler hat in seinem Labor
oder Büro ein stark korrodiertes Stück Wolfram in einem Glas
stehen, und auf einmal ist es blank. Er geht in den Nachbarraum,
um seinen Kollegen zu fragen. Der hat allerdings eine ebenso
negative wie zutreffende Meinung über ihn und wirft ihn hinaus.
Stinksauer beginnt der Mann zu forschen und stellt fest, dass
die Probe gar nicht existieren dürfte und langsam instabil wird,
wobei er natürlich sich und allen seinen Kollegen das Leben rettet.
Nicht auszumalen, wenn es nicht rechtzeitig bemerkt worden
wäre...

Man baut das erste Kraftwerk und tatsächlich werden die bereit
gestellten Wolframproben treu und brav gegen die exotische
materie ausgetauscht. Die "Elektronenpumpe" (?) ist erfunden.
Der Mann, der das Zeug gefunden hatte, ist schlagartig der
berühmteste und beliebteste Wissenschaftler aller Zeiten. Wegen
seines aufgeblähten Egos lässt er sich auf Brust und Rücken
die Worte "Vater der Elektronenpumpe" eintätowieren, und sorgt
dafür, dass es die ganze Welt weiß!

Der anfangs erwähnte Kollege beginnt verstört damit, die Risiken
abzuschätzen und gelangt zu beunruhigenden Erkenntnissen.
Leider kommt er gegen den wissenschaftlichen Ruf des "Vaters"
nicht mehr an und emigriert deprimiert in die Mondkolonie. Dort
findet er schließlich auch eine Lösung für beide Probleme, nämlich
die drohende Zerstörung des Sonnensystems und seine runierte
wissenschaftliche Reputation.
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Lucius Granfoy
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« Antworten #5 am: 25. Nov. 03, 09:11 »

ok Elphias, dann habe ich das verwechselt (ist auch schon recht lange her).
Der Wissenschaftler, den ich eingangs meinte, ist dann natürlich der "andere", also nicht der Entdecker selbst.
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Elphias Doge
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« Antworten #6 am: 26. Nov. 03, 11:53 »

Tja, ich wusste schon, was du meintest, aber alle, die es nicht kannten,
hast du auf eine falsche Fährte gebracht.

Ach ja, kleiner Autorenwitz: Das Buch beginnt mit Kapitel 6. Asimov
erklärt auch, dass das so gedacht war. Nach 6 folgt natürlich 1. Grins
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Lucius Granfoy
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« Antworten #7 am: 28. Nov. 03, 18:31 »

Ach ja, kleiner Autorenwitz: Das Buch beginnt mit Kapitel 6. Asimov
erklärt auch, dass das so gedacht war. Nach 6 folgt natürlich 1. Grins

ist übrigens in The End of Eternity ganz ähnlich ... da heißt das erste Kapitel zwar "Kapitel 1", aber es fängt mittendrin an und erst danach wird wieder zurückgesprungen.

Übrigens: Asimov hat eine ganz ähnliche Eigenheit wie Pullman, bei ihm wird nämlich auch erst alles nach und nach erklärt ... dürftest du dann ja nicht mögen.
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Mitglied des Phönixordens


« Antworten #8 am: 30. Nov. 03, 12:36 »

Asimov mag ich! Es kommt ja darauf an, wie man es anstellt, wie die Geschichte
läuft und wie die Charaktere aufgebaut sind!
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Rowena Crockford
Damenrunde Leseratte Nr. 1
Animagus
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Der Knightbus


« Antworten #9 am: 01. Aug. 10, 12:15 »

 Afro Man kann das Buch ruhig in eine Reihe mit Werken wie "Die Stimme des Herrn" und "Eden" von Stanislav Lem stellen. Vielleicht sollte man aber besser das englische Original lesen - da wird der Zusammenhang zwischen den 3 Kapiteln deutlicher.    Ist bei Amazon für 9,99 € noch erhältlich.
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Freiheit bedeutet, daß man nicht unbedingt alles so machen muß wie andere Menschen.
Astrid Lindgren

Grandma Rowena grüßt die ganze Familie Crockford. Das Familientreffen auf der Burg in Nürnberg war Spitze. Worms war herrlich. Freue mich schon auf das nächste Treffen! Zürich ist eine tolle Stadt!!! Und nun LONDON ... *freufreufreu* ... und ab nach Worms! ... Kölle, wir kommen 2010 nicht ... und 2011 zur Weltpremiere nach London! Yeah, yeah, yeah!!!!
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