Die Lippen hart aufeinander gepresst und die Augen geschlossen, wartete er bis die Schreie endlich verstummten. Remus wusste nicht, wie lange Harvey sich in Todesqualen gewunden hatte, ehe Bellatrix den Fluch endlich aufhob und Remus es wieder wagte, über den Rand des Erdhügels zu spähen.
„Wir müssen was tun, irgendetwas….“, knurrte Sirius verbissen, doch noch ehe er dieses Etwas weiter ausführen konnte, schossen von der anderen Seite mehrere Flüche auf die Todesser zu; die Mitglieder des Phönixordens griffen an.
Mit einem Hechtsprung waren Sirius und Remus auf den Beinen und schleuderten nun auch ihrerseits den Todessern Schockzauber entgegen. Die Todesser, von diesem unerwarteten Angriff überrumpelt, beschränkten sich einige Sekunden nur auf Abwehrzauber, bis sie die Situation erfassten und nun mit unverminderter Härte zurückschlugen. Rote und grüne Lichtblitze zischten durch die Luft und Remus war klar, dass sie, obwohl sie den Überraschungsmoment auf ihrer Seite hatten, doch zahlenmäßig den Todessern unterlegen waren.
Remus wusste nicht wie, doch Sirius war es irgendwie gelungen, bis zu Andrea vorzudringen und während Remus einem Fluch auswich konnte er sehen, wie Sirius mit der linken Hand Andreas Arm packte und sie vom Haus wegzog, während er mit seiner Rechten den Zauberstab erhob und einen Schutzschildzauber heraufbeschwor.
„Andrea, hierher!“, brüllte Remus über das Dröhnen der Zauber hinweg, doch er konnte nicht mehr erkennen, ob Andrea ihn verstanden hatte, da in diesem Augenblick ein giftgrüner Blitz auf ihn zuschoss, dem er gerade noch rechtzeitig mit einem Sprung zur Seite ausweichen konnte.
Gegen zwei Todesser gleichzeitig ankämpfend, hörte er Sirius Stimme, doch der Lärm verschluckte den größten Teil der Worte, als zeitgleich eine Gruppe schemenhafter Gestalten im Rücken der Todesser auftauchten.
„Die AUROREN!“, kreischte Bellatrix auf und im gleichen Moment, da Remus bereits erleichtert aufatmen wollte, wurde ihm bewusst, was das Auftauchen der Ministeriumsbeamten für Konsequenzen für Sirius haben konnte. Es entstand ein wirres Durcheinander; Flüche prasselten, Menschen schrieen auf, die Todesser flüchteten; soweit sie dazu noch Gelegenheit hatten und plötzlich stand Andrea neben Remus. Leicht taumelnd drehte sie ich um die eigene Achse und schien nicht zu wissen, wohin sie sich wenden sollte, als Remus, ohne lange zu überlegen nach ihrem Arm griff und sie mit sich zog. Willenlos, wie ein kleines Kind stolperte sie neben ihm her, bis sie nach endlos erscheinenden Minuten endlich das nahe Wäldchen erreicht hatten.
Kapitel 41c
Aufbruch der Todesser
Sprecher: Sika
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„Was ist ein Trick?“, fragte Remus nicht weniger atemlos wie Kingsley und stützte sich erschöpft mit den Händen auf seinen Knien ab.
„Das mit dem Tunnel“, antwortete Sirius, während er auf den Erdhügel zeigte. „Das ist ein Trick, um die Todesser vom Haus wegzubekommen, damit sie mit Andrea ungesehen flüchten können. Und seht mal, so wie es aussieht funktioniert dieser Plan hervorragend.“
In einiger Entfernung konnten sie sehen, wie die Todesser auf das Ende des Tunnels zu rannten und die wenigen von ihnen die zurückgeblieben waren, wurden nun von einer Übermacht ihrer Gegner außer Gefecht gesetzt.
„Verdammt du hast Recht“, fluchte Remus und spurtete so schnell er konnte zurück.
„Kingsley bleib hier, falls ich mich täusche…“
„Hab schon verstanden“, unterbrach ihn Kingsley und winkte ab, ehe er seine Aufmerksamkeit wieder den nahenden Todessern zuwandte. Dankbar, keine weiteren Erklärungen abgeben zu müssen, klopfte ihm Sirius auf die Schulter, bevor er sich erneut in seine Animagusgestalt verwandelte und Remus folgte.
Es dauerte nicht lange, da hatte er Remus eingeholt. Ein beißender Geruch von verschmortem Plastik lag in der Luft, als sie hinter den Trümmern des eingestürzten Schuppens in Deckung gingen. Noch immer qualmten und dampften einige Büsche, doch der stärker werdende Regen hatte die Feuer zum größten Teil gelöscht. Aus dem Haus drang pechschwarzer Rauch, der es fast unmöglich machte, etwas, das sich direkt vor dem Haus befand, zu erkennen.
„Von hier aus können wir nichts erkennen. Lass uns näher heran schleichen“, flüsterte Sirius.
Kapitel 41b
Aufbruch der Todesser
Sprecher: Sika
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Es dauerte einige Zeit, bis Sirius begriff, dass der dumpfer Schmerz, der seine Brust zu sprengen drohte, kein Alptraum, sondern harte, bittere Realität war; der Schuppen war über ihnen zusammengestürzt und hatte sie unter seinen Trümmern begraben. Diese Erkenntnis und die grünlichen Lichtblitze, die in einiger Entfernung aufflammten, drängten jedoch rasch jeglichen Schmerz und Benommenheit in den Hintergrund. Eine undurchdringliche Wolke aus Staub verhinderte jedes klare Sehen; dennoch bemerkte Sirius einen Augenblick später, eine leise Bewegung neben sich.
„Remus? Remus bist du in Ordnung?“, flüsterte er heiser, während er vorsichtig den Balken, der seine Brust zusammendrückte, von sich schob.
Ein leises Brummen erklang und kurz darauf spürte er eine tastende Berührung an deiner Schulter und einen weiteren Moment später erschien Remus Kopf.
„Wir müssen hier raus!“, sagte er matt und warf einen besorgten Blick in Richtung des Landhauses, doch niemand schien sie bisher bemerkt zu haben.
„Bist du verletzt?“
„Nur ein paar Dachschindeln auf den Kopf bekommen“, brummte Remus und fuhr mit der Hand über den Kopf, während er seinerseits Sirius einen besorgten Blick zuwarf. „Lass uns den Hang ein Stück hochgehen; wenn sich die Staubwolke lichtet, können sie uns hier sehen.“
Kapitel 41a
Aufbruch der Todesser
Sprecher: Lily Lupin
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Wenige Minuten später hatten sie Silvers Büro erreicht, das zu Harry Erleichterung nicht verschlossen war; zumindest konnte jetzt niemand sagen, sie hätten sich gewaltsam Zutritt verschafft. Hermine war die letzte, die den Raum betrat und zog nun vorsichtig die Tür hinter sich ins Schloss, ehe sie sich zu Moran umdrehte.
„Du machst das öfters, ich meine den Lehrer hinterher zu spionieren?“
Moran antwortete ihr nicht sofort. Mit kraus gezogener Stirn blickte er sich suchend im Büro um, bis er schließlich vor dem Bücherregal hinter dem Schreibtisch stehen blieb und mit den Fingerspitzen die einzelnen Buchrücken entlang fuhr. Nach der dritten Buchreihe schien er fündig geworden zu sein, denn er zog ein schmales, in Leder gebundenes Buch hervor. „Nicht öfters, nur manchmal!“, sagte er an Hermine gewandt, ehe er das Buch Harry entgegenhielt. „Hier, domientes magistri, das wird dich interessieren, Harry!“
Harry musste das Buch nicht aufschlagen, um zu wissen, welches Buch Moran in den Händen hielt. Es war das Buch, welches Silver in der verbotenen Abteilung der Bibliothek gefunden hatte und das eine genaue Beschreibung des Spiegelsaals in Andreas Haus enthielt.
„Danke, Ted“, sagte er zögernd, während er unschlüssig vom Buch zu seinen Freunden sah.
„Wir können das Buch nicht einfach mitnehmen“, sagte Hermine alarmiert und auch Rons Gesicht drückte Unentschlossenheit und Zweifel aus.
„Nein, aber wir könnten es uns zumindest ansehen“, entgegnete Harry und reichte das Buch an Hermine weiter. „Hier du bist am schnellst im lesen und…“
„…und ich kann notieren, was Hermine diktiert“, sagte Ron und griff entschlossen nach einer Feder auf Silvers Schreibtisch.
„Gute Idee“, lächelte Harry, ehe er sich wieder Moran zuwandte. „Hast du mitbekommen, warum sie Silver verhaftet haben?“
„Ich weiß nicht mal, ob sie ihn wirklich verhaftet haben. Vorhin war nur von einer Befragung die Rede.“
„Nach einer Befragung sah das eben aber nicht aus“, sagte Harry zweifelnd.
„Was die offizielle Begründung für ihren Besuch war, ist im Grunde auch uninteressant“, sagte Moran matt und ließ sich auf einer der Stühle vor Silvers Schreibtisch fallen. „Die wollen Silver loswerden und haben jetzt offensichtlich einen Grund dafür gefunden.“
„Wer sind die?“
„Das Zaubereiministerium. Ich weiß nicht ob ihr das wisst, aber Silver ist auf Dumbledores persönlichen Wunsch und gegen den Willen des Ministers hier.“
„Kannst du das nicht genauer erklären?“, brummte Ron ungnädig und auch Hermine blickte Moran mit einer Mischung aus Unglauben und Zweifel an …
Kapitel 40c
Der Bund der Vorfahren
Sprecher: Otter
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