Einen kurzen Moment lang huschte ein Ausdruck von Angst über Silvers Gesicht, doch als Remus ihm die Hand entgegenstreckte um ihm hoch zu helfen, hatte er sich wieder völlig unter Kontrolle und sein Mienenspiel verriet nicht, was in seinem Inneren vor sich ging. McGonagall trat zur Seite, um ihm den Blick auf den Tisch freizugeben und für einige Sekunden war Harry sich nicht sicher, ob Silver verstand, dass dieser feine Sand noch Minuten zuvor die Bastet gebildet hatte. Mit leicht schwankenden Schritten ging er auf den Tisch zu und stützte sich mit den Händen an der Tischkante ab. Harry konnte nur seinen Rücken sehen, doch als Silver sich zu Dumbledore umdrehte, war sein Gesicht ausdruckslos, als ginge es um die Lösung eines mathematischen Problems.
Kapitel 35a
Die Doppelgängerin
Sprecher: Marc
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Der Mann, den sie für Remus Lupin gehalten hatte, starrte ihr ungerührt entgegen und ihr Herz krampfte sich zusammen. Vor ihren Augen verschwanden die vertrauten Züge von Remus Gesicht, die Haare gingen zurück, sein Körper wurde kleiner und gewann gleichzeitig an Fülle und hätte sie nicht bei Sirius schon die Rückverwandlung, wenn die Wirkung des Vielsaft-Trankes nachließ, erlebt, so hätte sie vermutlich ihren eigenen Sinnen nicht getraut. Vor ihr stand ein Mann, der nicht mehr das Geringste von Remus Lupin hatte und der ihr dennoch so schmerzhaft vertraut war.
„Du?“, fragte sie ungläubig, während die Gedanken in ihrem Kopf langsam wieder an Struktur gewannen und plötzlich, als würden Zahnräder ineinander greifen, fügte sich auch das gerade Erlebte zu einem Bild zusammen. Ihre Finger verkrampften sich um die gepolsterte Armlehne des Sessels, suchten Halt, wo es keinen Halt mehr gab und versuchten die beginnende Taubheit ihres Körpers aufzuhalten.
„Tut mir leid, wenn ich dir das jetzt antun muss, doch eine andere Möglichkeit habe ich nicht.“
Kapitel 34b
Getäuscht!
Sprecher: Sika
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„Harry, was ist los?“, fragte Sirius, der mit langen Schritten den Raum durchquert und die Tür geöffnet hatte.
„Sirius“, stieß Harry perplex aus, stockte aber als er sah, wer sich alles im Saal befand.
„Kommen Sie rein und schließen sie die Tür, Potter“, sagte McGonagall, die ebenfalls mit forschen Schritten auf ihn zukam. „Ich denke, Sie sind nicht grundlos hier.“
„Ähm…nein…Professor“, stotterte Harry unsicher und blickte sich suchend im Raum um, bis sein Blick an Silver hängen blieb. „Ich…wollte…ich dachte…“
Harry brach ab und blickte verlegen zu Boden. Noch vor wenigen Minuten war er sich sicher gewesen, dass hierher zu kommen, dass einzig Richtige war, doch nun, da die Augen aller auf ihn ruhten, kam er sich schrecklich albern vor. Sirius hatte den Arm um seine Schultern gelegt und schob ihn nun zu einem freien Stuhl, doch Harry war viel zu nervös um sich zu setzten.
„Hattest du…eine Vision?“, fragte Sirius besorgt nach. „Von Voldemort?“
„Nein, nicht von Voldemort…ich hatte Kontakt zu Andrea.“
Für einige Sekunden herrschte Stille, bis McGonagall schließlich augenrollend den Kopf schüttelte. „Sie haben geträumt, Potter!“
„Nein! Ich…konnte durch ihre Augen sehen. Ich sah ganz deutlich…“
„Sie faseln, Potter!“, sagte McGonagall streng. „Sie…“
„Was genau hast du gesehen, Harry?“, fragte Dumbledore sanft, während seine blauen Augen Harry mit einem seltsam besorgten Ausdruck musterten.
„Zuerst gar nichts, es war als würde ich einfach nur träumen, aber es waren nicht meine Träume, es …“ Harry brach erneut ab und schluckte schwer, als ihm bewusst wurde, wie verrückt sich das Ganze anhören musste …
Kapitel 34a
Getäuscht!
Sprecher: Sika
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Harrys Hochgefühl hielt den ganzen Tag bis in den Abend hinein an und selbst der Herbststurm, der an diesem Tag mit pechschwarzen Wolken über Hogwarts hinweg fegte, änderte nichts an seiner Stimmung. Mit einem Mal erschien es ihm, als gäbe es nichts auf der Welt, was dieses Gefühl von Erleichterung und Glück dämpfen konnte.
Am Abend musste er zusammen mit Ron bei Hagrid nachsitzen, was wie Harry nicht anders erwartet hatte, mit einer vergnüglichen Plauderei bei einer großen Tasse Tee endete. Hagrid war so überglücklich, dass sie Remus Lupin endlich gefunden hatten und es diesem offensichtlich recht gut ging, dass er sie schon nach einer Stunde aufgefordert hatte, die Arbeit am Kürbisbeet sein zu lassen und stattdessen zum gemütlichen Teil überzugehen.
Mit einem breiten Grinsen holte Hagrid Teller aus dem Schrank und stellte sie in der Mitte des Tisches ab.
„Gibt auch´n Kuchen. Dacht´ mir, könnt´n ein bisschen feiern“, nuschelte er. „Hab auch Hermine…“ Hagrid wurde von einem Klopfen an der Tür unterbrochen. „Ah das wird sie sein.“
Mit langen Schritten durchquerte er den Raum und öffnete die Tür, durch die nicht nur Hermine, sondern auch ein Schwall aufgewirbeltes Laub herein kam.
Kapitel 33b
Der Weg des Wächters
Sprecher: Jens
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Albus Dumbledore hatte bisher nur einen kleinen Kreis von Leuten über Sirius Rückkehr informiert, doch jetzt, da Sirius wieder in seinem ehemaligen Elternhaus wohnte und auch Remus hier war, musste sich dieser Kreis um die Menschen erweitern, die im Grimmauld Place für gewöhnlich ein und aus gingen. Seit Schulbeginn fanden viele Treffen der Einfachheit halber in Hogwarts statt und das Hauptquartier stand daher oft tagelang leer; nun aber hatte Dumbledore in den Grimmauld Place gebeten. Allerdings war der Grund nicht nur Remus angeschlagener Gesundheitszustand, sondern vielmehr dass nun nicht mehr zu vermeidende Zusammentreffen zwischen Severus Snape und Sirius Black.
Mit einem resignierenden Seufzen lauschte Dumbledore den lauten Stimmen, die durch die Wand des Salons zu ihm herein drangen. Bei ihrer Ankunft im Grimmauld Place hatte er darauf bestanden, dass Sirius und Snape sich vor dem Meeting unter vier Augen aussprechen sollten, doch nun stiegen langsam Zweifel in ihm hoch, ob die beiden Männer es schaffen würden, ihre Diskussion auf einer verbalen Ebene zu belassen; die Lautstärke steigerte sich von Minute zu Minute, wurde lauter und wenn dies überhaupt möglich war, noch aggressiver. Er hatte Severus bereits vor drei Tagen von Sirius Rückkehr berichtet, dennoch schienen sich die erhitzten Gemüter seit diesem Tag kein bisschen beruhigt zu haben.
„Ich bin froh, dass es uns gelungen ist das Bild von Sirius Mutter abzuhängen“, seufzte Remus mit einem besorgten Blick gegen die Wand zum benachbarten Zimmer.
Dumbledore nickte langsam, doch ehe er etwas sagen konnte, öffnete sich die Tür und Minerva McGonagall trat gefolgt von Clark Silver herein.
Kapitel 33a
Der Weg des Wächters
Sprecher: Jens
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