
20:12 Uhr: Oma Maria ist gerührt. Ein dünnes afrikanisches Kind huscht in den Nachrichten zwischen politischen Wahlen und Benzinsteuer über die Mattscheibe. Ein Kind, dem Wasser und Nahrung fehlt. – 10:25 Uhr, Sparkasse Bochum: Oma Maria überweist von ihrer ebenfalls dünnen Rente 50 Euro an eine Hilfsorganisation. – 11:24 Uhr: Mr. Gardner legt ein neues Patent zu den Akten, das mit irgendeinem Herstellungsverfahren für Getreide zu tun hat. Das Unternehmen, für das Mr. Gardner arbeitet, gehört zu jenen 5 Nahrungsmittelkonzernen, die sich weltweit den Markt aufgeteilt haben. Mr. Gardner weiss, dass jenes Patent mit-verantwortlich sein wird für das Zugrundegehen hunderttausender landwirtschaftlicher Existenzen in Entwicklungsländern. – 14:20 Uhr: Marcel, Germanistik-Student, bespricht mit Kommilitonen die Anti-Globalisierungs-Demo. – 17:55 Uhr, Aldi Dortmund: Marcel holt für seine WG 3 Hähnchen, damit es nicht immer Pizza gibt. – 18:40 Uhr, 2-Zimmer-Wohnung, Essen-Rüttenscheid: Sabine hat Sekt mitgebracht, um mit ihrem Freund Jürgen ihren neuen Job in der Konservenfabrik zu feiern. Ein Job nach 2 Jahren Arbeitslosigkeit. Und danach sehen sie sich auf Kabel1 in Ruhe den Science-Fiction-Klassiker “Soylent Green” an …
Am Donnerstag läuft der Film “We Feed the World” in Deutschland an. Nein, in ihm geht es nicht um Käfighaltung und Tierversuche und auch mein fiktiver Tagesablauf kommt darin nicht vor. In ihm geht es um den alltäglichen Wahnsinn unserer Nahrungsproduktion. Er ist auch weder “objektiv” noch “ausgewogen”. Aber es gibt nicht viele Filme dieser Art. Ich denke, er ist einen Blick wert …
Homepage des Films
Filmkritik
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Tags: Einfach so ..., Film, kino, nahrung, Politik







April 24th, 2006 at 11:31 pm
Den Film werde ich mir wohl ansehen. Danke für deinen Hinweis. Das Thema hatte ich schon einmal ähnlich (aus einer anderen Sichtweise heraus) hier beschrieben:
http://www.martina-kausch.de/?p=158
Gerade das “Getreide-Problem” wird meineserachtens eines der künftigen Hauptprobleme (neben dem der baldigen Konflikte um Trinkwasser) unserer Weltbevölkerung sein. Denn daraus werden Unzufriedenheiten und Hass entstehen.