Verzweifelte Bibliothekarinnen

72 % der männlichen Bevölkerung hatte schon mal eine Krankenschwester, eine Arzthelferin oder eine Kindergärtnerin als Freundin (oder, wenn das nicht geklappt hat, dann zumindest als Mutter). Diesen Berufsgruppen geht es also richtig gut. Aber was ist mit jenen Frauen am Rande unserer Gesellschaft? Nein, ich meine jetzt nicht die Politikerinnen der Grünen oder der FDP. Ich denke da an Bibliothekarinnen. Durch netbib bin ich da auf ein besonderes Problem aufmerksam geworden: Laut “Annoyed Librarian” sind gutaussehende, heterosexuelle Bibliothekare Mangelware:
Arent there any men, you ask? Sure, a handful. But theyre all gay, even the married ones. Or theyre really old and seedy looking. Or they suffer from the masculine variety of Librarians Bottom. Or they havent washed their hair in a week. Or they dress like hippies on laundry day. Or they just have Im a spindly geek whod rather mindmeld with my hard drive than talk to a woman written all over them.
(Nebenbei: “seedy looking” heißt nicht das, was Sie denken – es meint “heruntergekommen aussehend”). Okay, nun haben die meisten von uns schon ihre Berufswahl getroffen und sind z. B. Informatiker oder Soziologen geworden (da haben wir übrigens das umgekehrte Problem, aber das interessiert natürlich mal wieder niemanden). Jetzt auf Bibliothekar umzusatteln, ist ein wenig viel verlangt. Aber mal wieder seinen Bibliotheksausweis verlängern lassen, bei der Gelegenheit ein paar Bücher über das Thema “Single, das muss nicht sein!” entleihen und jenen verzweifelten Mädels ein kleines Stück Hoffnung an der Ausleihtheke zu schenken – das wäre doch schon mal eine gute Tat, oder?




Hoffnung schenken ist ja einerseits prinzipiell immer gut, finde ich. Andererseits frage ich mich, was mit der Dame hinter dem Ausleihtresen passiert, wenn sich die geweckte Hoffnung nicht erfüllen sollte. Aber kann man den Hoffnung schenkenden dafür verantwortlich machen? Eine schwierige Frage, aber vielleicht triffst du die Dame ja vier Wochen später an der Buchrückgabe wieder …
herzliche Grüße
der Flaneur