Verzweifelte Bibliothekarinnen

Männer verzweifelt gesucht

7% der männlichen Bevölkerung hatte schon mal eine Krankenschwester, eine Arzthelferin oder eine Kindergärtnerin als Freundin (oder, wenn das nicht geklappt hat, dann zumindest als Mutter). Diesen Berufsgruppen geht es also richtig gut. Aber was ist mit jenen Frauen am Rande unserer Gesellschaft? Nein, ich meine jetzt nicht die Politikerinnen der Grünen oder der FDP. Ich denke da an Bibliothekarinnen. Durch netbib bin ich da auf ein besonderes Problem aufmerksam geworden: Laut “Annoyed Librarian” sind gutaussehende, heterosexuelle Bibliothekare Mangelware:

Aren’t there any men, you ask? Sure, a handful. But they’re all gay, even the married ones. Or they’re really old and seedy looking. Or they suffer from the masculine variety of Librarian’s Bottom. Or they haven’t washed their hair in a week. Or they dress like hippies on laundry day. Or they just have “I’m a spindly geek who’d rather mindmeld with my hard drive than talk to a woman” written all over them.

(Nebenbei: “seedy looking” heißt nicht das, was Sie denken – es meint “heruntergekommen aussehend”). Okay, nun haben die meisten von uns schon ihre Berufswahl getroffen und sind z. B. Informatiker oder Soziologen geworden (da haben wir übrigens das umgekehrte Problem, aber das interessiert natürlich mal wieder niemanden). Jetzt auf Bibliothekar umzusatteln, ist ein wenig viel verlangt. Aber mal wieder seinen Bibliotheksausweis verlängern lassen, bei der Gelegenheit ein paar Bücher über das Thema “Single, das muss nicht sein!” entleihen und jenen verzweifelten Mädels ein kleines Stück Hoffnung an der Ausleihtheke zu schenken – das wäre doch schon mal eine gute Tat, oder?

10 Kommentare

  1. der Flaneur
    Nov 7, 2006

    Hoffnung schenken ist ja einerseits prinzipiell immer gut, finde ich. Andererseits frage ich mich, was mit der Dame hinter dem Ausleihtresen passiert, wenn sich die geweckte Hoffnung nicht erfüllen sollte. Aber kann man den Hoffnung schenkenden dafür verantwortlich machen? Eine schwierige Frage, aber vielleicht triffst du die Dame ja vier Wochen später an der Buchrückgabe wieder …

    herzliche Grüße
    der Flaneur

  2. Edlef Stabenau
    Nov 7, 2006

    Das ist ein sehr schöner Grund mal wieder (s)eine Bibliothek aufzusuchen!! Danke für die Unterstützung ;-)
    btw: Gut aussehend und heterosexuell alleine reicht nicht, auch ledig sollten sie sein….

  3. Jakob
    Nov 10, 2006

    Wieso ledig? In der Bibliothek wird doch eh’ nur ausgeliehen ;-)

  4. Erotikchat
    Nov 12, 2006

    Hmm….Krankenschwestern oder Arzthelferinnen haben vermutlich einen Helferinstinkt. Darauf fahren doch viele Männer ab. Bibliothekarinnen werden vermutlich von der Männerwelt gar nicht wahrgenommen.

  5. Marcus Damm
    Nov 20, 2006

    Dieses Phänomen kann man aus Sicht der psychoanalytischen Charakterkunde ganz gut erklären.
    Wenn wir davon ausgehen, dass Menschen gemäß ihres grundlegenden Naturells ihre Berufe wählen, so heißt dies: Bibliothekarinnen, die in ihrem Beruf mit den Themen “Ordnung”, “Struktur” und “Verkopftheit” konfrontiert sind, sagen gleichzeitig etwas über ihr Inneres aus. Die Berufstätigkeit gleicht den inneren Motivationen.
    Ich sags mal lapidar: Viele Bibliothekarinnen sind flirtuntauglich, weil sie zu “verkopft” sind.
    Der entsprechende Typ heißt auf “psychoanalytisch” übrigens: Zwangscharakter.

  6. MM Web
    Nov 23, 2006

    72 % der männlichen Bevölkerung hatte schon mal eine Krankenschwester, eine Arzthelferin oder eine Kindergärtnerin als Freundin

    Vermutlich standen 62% dieser Männer unter starkem Medikamenteneinfluss im Spital und sind daher auf die Krankenschwestern abgefahren.

    Die anderen 10% habens gut. Die können sich pflegen lassen ;-)

  7. tom
    Nov 27, 2006

    “lesen” als standard-hobby macht schon mal keinen sehr spannenden eindruck – als beruf ist es dann wohl der date-killer…

  8. Doony
    Jan 20, 2007

    Mein erster Gedanke zu deinem Artikel bestand darin, mir auszumalen, wie ich denn meine neue Freundin in der Universitätsbibliothek anmachen könnte (natürlich ganz klassisch an der Verbuchung).

    Mein zweiter Gedanke bestand aus der Überlegung, wer könnte die Glücklich sein. Nachdem ich mein Beuteschema mit dem perlgeketteten Angebot der Verbuchung verglich und zahlreiche mathematische Gleichungen aufstellte um die inzwischen Unfruchtbaren vom Gesamtangebot zu subtrahieren, war es spät geworden.

    Dies bringt mich zu Gedanken Nummer drei und einem Fazit, vielleicht stehen wir Männer einfach mehr auf Krankenschwestern als auf Bibmäuschen.

    Greetz

  9. Cati
    Feb 13, 2007

    Na das finde ich ja mal eine interessante Thematik ;-)
    Ich selbst bin auch Bibliotheksangestellte. Wie man sieht, scheint immernoch die “graue Bibliotheksmaus” vorzuherrschen. Das ist aber eigentlich gar nicht mehr so klassisch, wie die Herren es hier annehmen ;-)
    Ich selbst habe fetzige rote Haare ( grau war mir doch zu fad), ich habe keinen Dutt, keine grauen Röcke :mrgreen: Und auch die Sache mit der “verkopftheit” halte ich für ein Gerücht. Es mag wohl sein, das wir einen gewissen Ordnungssinn habe, und auch ne gewisse Struktur im Leben brauchen, aber das finde ich auch völlig legitim, dieses Muster sieht man auch in anderen Berufsbildern. Also ich bin als junge Bibliotheksdame gegen deartig negative Gedanken ;-)

  10. Herbert
    Feb 13, 2007

    [quote comment="9774"]
    Ich selbst habe fetzige rote Haare ( grau war mir doch zu fad), ich habe keinen Dutt, keine grauen Röcke [/quote]

    Männer sind flexibel – wir lassen uns jederzeit korrigieren. Wenn Du mir ein kleines Foto von Dir schickst, stelle ich es gerne als Gegenbeweis hier ein! :-)

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