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Framstag Sam

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Kauf's noch einmal, Sam!

Kauf's noch einmal, Sam!

Eigentlich ist es ja der pure Irrsinn, den die Politiker dieser Welt momentan fabrizieren: Man soll konsumieren auf Teufel komm’ raus, jenseits der Frage, ob da irgendwas sinnvoll ist oder nicht. Autos zum Beispiel. Völlig egal, ob man wirklich eins braucht – Hauptsache, man kauft es. Auf solche wahnwitzigen Ideen muss man erst mal kommen. Oder man übernimmt sie. Etwa aus dem Klassiker “Framstag Sam”. Eigentlich ist Sam von Beruf Science-Fiction-Autor, aber die Niederlande verbieten diese Literaturgattung. Also wirft er seine Zeitmaschine an und schreibt ein Buch über die Geschichte des Judentums. Zurück in der Gegenwart stellt er zu seiner Verblüffung fest, dass sich sein Werk unter dem Namen “Die Bibel” wirklich gut verkauft und sich im Laufe der Jahrhunderte so viele Tantiemen angesammelt haben, dass er nun zu den Ultrareichen gehört. Und damit hat er Anrecht auf einen zusätzlichen Wochentag, den Framstag.
An einige Besonderheiten muss sich Sam allerdings auch gewöhnen: Er wird von einem Polizeikommando überrascht, da er ein Auto fährt, das älter als 24 Stunden ist. Üblich ist es, morgens ein Auto zu kaufen und es abends verschrotten zu lassen. Oder man nimmt den besonderen Service in Anspruch, dass das Auto verschrottet wird, bevor man es überhaupt fährt. … In dem Buch stecken noch eine Reihe weiterer Ideen. Schauen wir mal, wann die z. B. in einem Parteikonzept der FDP auftauchen ;-)
(PS: Das Original ist auf Niederländisch 1968 erschienen, Anfang der 80-er Jahre dann in deutscher Sprache, heute vergriffen.)

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Vermehrt Euch! – Wie die Sprache das Denken verrät

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Strahlende Zukunft

ZDF, Berlin Mitte, Trend-Thema: “Kinder kriegen”. Da saß sie, jene Alice Schwarzer, die sich seit Jahrzehnten für Frauen einsetzt. Von ihr kamen in dieser seichten Plauderrunde die einzig vernünftigen Sätze. Zum Beispiel: “Gebären für die Nation? Ich dachte, diese Zeiten wären eigentlich vorbei.” Oder ihr Hinweis darauf, dass man sich doch eigentlich nicht über die “kinderunwilligen Männer” zu wundern braucht. Schließlich habe man ihnen in den letzten Jahren klar gemacht, dass sie gefälligst bei der Erziehung mitzuhelfen hätten, Windeln zu wechseln, schlaflose Nächte, Rückstellung von Karriere, verzicht auf Geld usw. usw. Und nun haben sich das die Männer halt durch den Kopf gehen lassen und sich gesagt: “Echt? Das muss ich dann alles machen? Nö, dann doch lieber nicht.”
Na ja, andere in der Runde waren anderer Meinung und bliesen zur bekannten “Hatz” auf die Kinderverweigerer und Egoisten, die man als neue Schuldige für Rentenkürzungen ausgemacht hat. Das ist jetzt nicht gar so schlimm, weil das Thema ohnehin nur 4 Wochen von der Presse ausgelutscht und dann weggeworfen wird. Aber es gab in der Diskussion eine Stelle, die doch betroffen macht:
Jener CSU-Politiker (Familienpolitiker!) Norbert Geis wurde auf die gute Alice zorning und bellte heraus: “Sie waren ja auch für den Schwangerschaftsabbruch! 300.000 Schwangerschaftsabbrüche – 300.000 die uns fehlen!”
In dieser Sekunde wurde – für mich, andere mögen das anders sehen – deutlich, dass es dem Redner nie um Kinder ging. Nicht um Menschen. Nicht um Menschlichkeit. Einzig und allein um Zahlen, um ein Gerüst, um einen Glaubenssatz. Vielleicht auch um Wahlkampf oder was auch immer. Aber nicht um Menschen. In jenen Jahren, in jener bleiernen, spießigen deutschen Zeit, in der Alice Schwarzer sich für die Legalisierung des Schwangerschaftsabbruchs einsetzte, verbluteten jährlich hunderte von Frauen auf den Schlachtbänken von Pfuschern. Jenen, die sich damals vehement für die weiterwährende Kriminalisierung abtreibender Frauen einsetzten, waren hauptsächlich ihre “Werte” wichtig. Sonst nichts. Daran wollte ich an dieser Stelle doch mal erinnert haben. Denn man muss Politikern ja derartige Sätze nicht durchgehen lassen.
So, und jetzt vermehrt Euch! Oder halt nicht … :)

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