Tod eines Esels

Tod eines Esels

Susanne Fischer vom “Institute for War and Peace Reporting” bildet im Irak junge Journalisten aus. Dazu gehören die üblichen Aufgabenstellungen, z. B. Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden. So erhält eine Gruppe von Journalistikstudenten einen Bericht über einen Bombenanschlag auf eine Schule, bei dem drei Menschen und ein Esel starben, auf Papierstreifen, die in eine entsprechende Reihenfolge gebracht werden sollten. Eine Studentin setzte ganz nach oben die Meldung vom Tod des Esels. Auf die erstaunte Nachfrage erklärte sie: “Ach, wissen Sie, Menschen sterben hier jeden Tag bei Anschlägen. Aber dass ein Esel dabei umkommt, das ist ungewöhnlich.” … Wie unerhört groß muss das Leid in einem Land sein, wenn Menschen zu...

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Seuche Internet? Mann, Mann …

Seuche Internet? Mann, Mann …

Über jenes Video, das Saddams Hinrichtung zeigt, will ich hier nicht weiter reden – dazu ist ausreichend in den üblichen Medien und Blogs geschrieben worden. Eine andere Sache ist mir in diesem Zusammenhang aber aufgefallen: Mit flotter Hand werden Fotohandys und Videoportale in diesem Zusammenhang verteufelt. In der Süddeutschen etwa spricht Stefan Kornelius von der “Seuche Internet”. Das ist – mit Verlaub – lächerlich und dumm. Mit dem gleichen Recht könnte man dann bei einem Verkehrsunfall von der “Bestie Auto” schreiben – ein Stil, den man bei der Zeitung mit den großen Buchstaben erwartet, bei anderen Medien aber nicht durchgehen lassen sollte. – Im gleichen Zusammenhang schreibt die Berliner...

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Verhinderte Feuerzeuge

Verhinderte Feuerzeuge

Die Gedanken von Politikern sind – sofern vorhanden – verschlungen. Vielleicht auch rätselhaft. Auf jeden Fall wirr. Dies gilt bereits für den deutschen Standard-Politiker, der sich aber doch gelegentlich zügelt, wenn Journalisten in der Nähe sind und er Sorge hat, dass er in seinem Heimatort erkannt wird. Noch sehr viel mehr gilt das aber für die europäischen Vertreter jenes merkwürdigen Berufsstands, da die meisten sich sicher sein können, weder im Fernsehen noch in ihrem Heimatort erkannt zu werden. *) Nur so ist es zu erklären, dass sie eine “Verordnung über das Inverkehrbringen kindergesicherter Feuerzeuge” in den Verkehr der 25 Mitgliedsstaaten brachten. Darin wird nicht nur ausführlich beschrieben, dass Feuerzeuge so...

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Ein Löffel Zuversicht

Ein Löffel Zuversicht

1946 tauchte am Broadway die Farmerstochter Annie Oakley aus Ohio auf, fuchtelte mit einem Gewehr herum und bezwang den Scharfschützen Frank Butler (physisch und psychisch). Dazu sang sie „Alles, was Du kannst, kann ich noch viel besser“*. Mal abgesehen davon, dass ich das Fuchteln mit Gewehren nicht mag, muss man doch sagen: selbstbewusst, die junge Frau. Sie weiß nicht nur, was sie will (den Frank), sondern sie traut sich auch zu, ihre Ziele zu erreichen. Eine Portion dieser Zuversicht täte vielen von uns wahrscheinlich auch ganz gut. Damit meine ich jetzt nicht die frömmelnden Suggestionen eines Dale Carnegie oder das Kasperletheater von (ehemaligen) Motivationstrainern wie diesem Jürgen Höller. Wer sich selbst gegenüber zwanghaft trainieren will,...

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We Feed the World – ob mit oder gegen ihren Willen

We Feed the World – ob mit oder gegen ihren Willen

20:12 Uhr: Oma Maria ist gerührt. Ein dünnes afrikanisches Kind huscht in den Nachrichten zwischen politischen Wahlen und Benzinsteuer über die Mattscheibe. Ein Kind, dem Wasser und Nahrung fehlt. – 10:25 Uhr, Sparkasse Bochum: Oma Maria überweist von ihrer ebenfalls dünnen Rente 50 Euro an eine Hilfsorganisation. – 11:24 Uhr: Mr. Gardner legt ein neues Patent zu den Akten, das mit irgendeinem Herstellungsverfahren für Getreide zu tun hat. Das Unternehmen, für das Mr. Gardner arbeitet, gehört zu jenen 5 Nahrungsmittelkonzernen, die sich weltweit den Markt aufgeteilt haben. Mr. Gardner weiss, dass jenes Patent mit-verantwortlich sein wird für das Zugrundegehen hunderttausender landwirtschaftlicher Existenzen in Entwicklungsländern. –...

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