Beiträge mit tag "Partnerschaft
Der mit dem Bauch redet
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Frauen halten es für ein besonders gutes Zeichen, wenn in einer Beziehung viel geredet wird. Männer sind da zurückhaltender. Das wird ihnen oft von Frauen vorgeworfen: “Sprich doch mit mir!” heißt es da gelegentlich (die Steigerungsform dieses Satzes ist: “Was denkst du gerade?!”). Ach, alles wäre einfacher, wenn wir in Japan leben würden. Dort gibt es nämlich “hara ge”! Das bedeutet “mit dem Bauch sprechen”. Nein, damit sind jetzt nicht alleinlebende übergewichtige Singles gemeint, die vor dem Spiegel mit sich selbst reden. Sondern darunter wird die Kunst der “schweigenden Kommunikation” in Partnerschaften verstanden:
“Das heißt, dass man sich gar nicht mehr äußern muss, sondern dass man sich eigentlich ohne Worte und durch Schweigen versteht. Und sehr häufig gemeinsam eine Stunde am Strand sitzt, gemeinsam schweigt und dann aufsteht und sagt, das war ein wunderbares Gefühl.”
Das sagt jedenfalls die Japanistin Marion Grein. Okay, das muss man jetzt natürlich auf westliche Gegebenheiten übertragen. Bei uns kann es z. B. statt des Strandes auch ein Computerbildschirm sein: Gerne würden wir zusammen mit unserer Partnerin eine Stunde schweigend davor sitzen und danach sagen: “Das war ein wunderbares Gefühl!” Doch wie würde Ihre Freundin darauf reagieren? Wahrscheinlich mit einem “Hast du sie noch alle?!” Tja, die Frauen in unserer Kulter sind leider noch nicht so weit … Bis dahin heißt es für uns Männer: Geduldig sein und den Bauch trainieren!
(PS: Den netten Bauchnabel im Bild verdanken wir diesem schweigsamen Mann.)
Entlieben – vorgemacht
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Wie sagt man bloß: “Ich lieb’ Dich nicht”? So lautete einmal ein Lied eines Liedermachers (Stephan Sulke), den heute niemand mehr kennt. Egal – die Situation gibt es natürlich immer noch: Das Stadium, in dem man sich nichts mehr zu sagen hat. Und das eigentlich mitteilen möchte. Der Kurzfilm von Tony Roche wirkt nur in der ersten halben Minute wie eine der üblichen Comedy-Streifen. Danach wird er ernster, ruhiger. Er schildert die verschiedenen – hilflosen – Versuche, das Ende zu beenden, aus mehreren Perspektiven.
Kleiner Zusatztipp: Wer noch etwas Zeit hat sollte auf der gleichen Seite einen Blick auf die musikalische Julie werfen (Zoomfunktion einschalten) …
Podcast: Der Illuminaten-Knigge und das Eheleben
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Wir alle wissen, dass der Illuminatenorden eine ursprünglich bayerische Vereinigung war (manche behaupten sogar, er lebe heute in der CSU weiter). (Nun ja, die heutigen Verschwörungstheorien haben eigentlich ihren Ursprung in der Satire-Trilogie von Wilson und Shea der 80-Jahre, aber wer kennt die 3 Bände heute schon noch? Egal – für alle, die Dan Brown für einen Historiker halten, habe ich noch ein besonderes Bonbon: Gerade wurde ein verschollenes Manuskript von Isaac Newton entdeckt – über Alchemie.). Doch die wenigsten wissen, dass der gute Adolph Freiherr Knigge um 1780 eine der bedeutensten Persönlichkeiten dieses Ordens war und für seine landesweite Ausbreitung gesorgt hat.
Das aber nur am Rande – denn eigentlich möchte ich ein Kapitel aus jenem bekannten Buch “Über den Umgang mit Menschen” zu Gehör bringen – und zwar den Abschnitt über die Problematik einer langjährigen Ehe … (Dauer: 8:05 Minuten)
“Sie war gut zu mir”
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Vor ziemlich genau einem Jahr gab es eine ZDF-Sendung (“37 Grad – Mein Schatz bleibt bei mir“) in der von Männern berichtet wurde, die ihre schwerkranken Frauen pflegen: Bruno Buchner ist 69 Jahre alt. Früher ein begeisteter Boogie-Woogie-Tänzer und mehrfacher Landesmeister. Vor 6 Jahren hat er Gerda Quien in einem Münchner Tanzcafé kennen gelernt. Urlaub, Reisen, Wanderungen folgten. Dann trat die Muskellähmung PSP bei Gerda Quien auf, seither ist sie ein Pflegefall. Bruno pflegt sie. Gefragt, warum er das tut, sagt er: Sie war gut zu mir. Wir hatten in den ganzen 6 Jahren keinen Streit. Sie war gut zu mir. Das genügt. Nichts von Selbstverwirklichung”. Nichts von Sie war immer für mich da. Nichts von
und von
und von den 10.000 anderen Erwartungen, die man an eine Partnerschaft heute stellt.
Ich erinnere mich an diese Sendung, weil ich gerade “Ein Tag mit Herrn Jules” von Diane Broeckhoven gelesen habe. Ein kleines Buch. Ein ruhiges Buch. Ein schönes Buch. Alice wacht – wie seit Jahrzehnten – vom Duft des Kaffees auf, den Jules, ihr Mann immer morgens zubereitet. Es ist ein kleines Ritual, das nach einem bestimmten Schema abläuft. Sie geht in die Küche, doch an diesem Tag sitzt Jules auf dem Sofa im Wohnzimmer. Er sitzt dort ganz ruhig. Ganz still. Denn er ist tod. Gestorben. Ganz natürlich. Und Alice beschließt, diesen letzten Tag mit ihm zu verbringen, um Abschied von einem Menschen zu nehmen, mit dem sie so viele Jahrzehnte verheiratet war. Sie setzt sich neben ihn und spürt den Erinnerungen ihres gemeinsamen Lebens nach. Und der Wärme, die aus seinem Körper entflieht …



