kraftpapier

Pack es!

Ja, das Ruhrgebiet! Jene Gegend, in der einst Tatort-Schimanski Gesetzesbrechern auf die knallharte Tour den richtigen Weg zeigte. Jener Schmelztiegel der Völker und Nationen, wo die Herkunft keine Rolle spielt. Dort, wo die Leute um 5 Uhr morgens zur Schicht auf die Höfe von Thyssen und Krupp fahren, sich mit rußgeschwärzten Gesichtern zuwinken und ihren trockenen Kehlen ab und an jenen Trunk gönnen, den sie liebevoll “KöPi” nennen. [1] Yeah, dort ist ein Mann noch ein Mann! Und nur aus dem Herzen der Schwarzen Lunge Deutschlands [2] kann jenes Notizbuch kommen, das den klaren, schlichten, treffenden Namen “Kraftpapier” trägt. Nicht “Powerpaper”, nicht “Ei-Look XL 38″ – nein, die Menschen in Essen lieben eine klare Sprache. Es hat nichts Weiches seiner (Moleskine-)Verwandten [3] aus Italien, nichts von den auf antik getrimmten germanischen Vettern. In ihm zeichnet meine keine Herzchen und Figürchen und erfasst keine komplizierten Tagesabläufe. Allenfalls notiert man “Getränkemarkt – heute”, oder “Rot-Weiß Essen – Karten besorgen (un Pommes)”. Vielleicht notiert man auch mal seine Handynummer und steckt sie der rothaarigen Bedienung zu, die bestimmt auf Männer mit Brustbehaarung steht. Okay, vielleicht auch mal ein sentimentales Gedicht, um die neue Freundin zu beeindrucken, etwa “Wenn Deine Augen wie die Kohle glühn – dann bin ich innerlich am verbrühn” … oder so.
Also mal ein Notizbuch, das ganz anders ist  (weiterlesen …)

{lang: 'de'}