Beiträge mit tag "kino

Sie sind ein schöner Mann!

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Gut aussehende Männer gibt es immer wieder ...Wir alle kennen das Problem so oder so ähnlich: Man kauft eine gebrauchte Melkmaschine, diese verursacht einen Stromschlag, man muss nach einer neuen Partnerin Ausschau halten. Der französische Bauer Aymé (Michel Blanc) ist in solchen Dingen unerfahren (also jetzt nicht in Sachen Melkmaschinen, sondern in Sachen Frauen) und schaltet eine Agentur ein, die notleidende Frauen in Rumänien unterstützt. So gelangt Elena (Medeea Marinescu) auf seinen Hof, die zwar ein sanftes Gemüt hat, aber gelegentlich schwer zu erheitern ist (“Seit einigen Tagen ist sie sonderbar. Ich werfe mit einem Ei – und sie lacht nicht.”) Auch das kennen wir aus unserem Alltag. – Okay, ich war am Wochenende in dem Film “Sie sind ein schöner Mann!” (der Titel sprach mich irgendwie an ;-) )und fand den ausgezeichnet! Natürlich haben wir es mit der üblichen Handlung zu tun (nettes Mädel trifft unscheinbaren Mann und lernt ihn lieben) und auch das Ende ist vorhersehbar (kriegen sie sich – nein, ich verrate nichts!). Soweit also nichts “Ausgefallenes”. Aber es sind die vielen kleinen Dinge, die sich durch den Film ziehen, und die einem immer wieder ein Schmunzeln entlocken (die soapopera-schauende erste Frau, das Suchen eines Klassik-Senders in seinem Traktorradio, der Beleg seiner Kenntnisse ihr gegenüber durch die kühne Behauptung, dass Mozart bei seinem Tod taub war, der Verwandte, der mit Leichtigkeit errät, dass er King Kong ist usw.). Immer wieder überrascht ein neuer kleiner Einfall, ohne dass er überzogen wird oder als Running Gag zur Plattheit mutiert. Und zusätzlich ist Medeea Marinescu auch etwas fürs Auge … Das mal als Kinotipp der Woche.
Weitere Infos: Besprechung bei Cinema.

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We Feed the World – ob mit oder gegen ihren Willen

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Hauptsache billig!

20:12 Uhr: Oma Maria ist gerührt. Ein dünnes afrikanisches Kind huscht in den Nachrichten zwischen politischen Wahlen und Benzinsteuer über die Mattscheibe. Ein Kind, dem Wasser und Nahrung fehlt. – 10:25 Uhr, Sparkasse Bochum: Oma Maria überweist von ihrer ebenfalls dünnen Rente 50 Euro an eine Hilfsorganisation. – 11:24 Uhr: Mr. Gardner legt ein neues Patent zu den Akten, das mit irgendeinem Herstellungsverfahren für Getreide zu tun hat. Das Unternehmen, für das Mr. Gardner arbeitet, gehört zu jenen 5 Nahrungsmittelkonzernen, die sich weltweit den Markt aufgeteilt haben. Mr. Gardner weiss, dass jenes Patent mit-verantwortlich sein wird für das Zugrundegehen hunderttausender landwirtschaftlicher Existenzen in Entwicklungsländern. – 14:20 Uhr: Marcel, Germanistik-Student, bespricht mit Kommilitonen die Anti-Globalisierungs-Demo. – 17:55 Uhr, Aldi Dortmund: Marcel holt für seine WG 3 Hähnchen, damit es nicht immer Pizza gibt. – 18:40 Uhr, 2-Zimmer-Wohnung, Essen-Rüttenscheid: Sabine hat Sekt mitgebracht, um mit ihrem Freund Jürgen ihren neuen Job in der Konservenfabrik zu feiern. Ein Job nach 2 Jahren Arbeitslosigkeit. Und danach sehen sie sich auf Kabel1 in Ruhe den Science-Fiction-Klassiker “Soylent Green” an …

Am Donnerstag läuft der Film “We Feed the World” in Deutschland an. Nein, in ihm geht es nicht um Käfighaltung und Tierversuche und auch mein fiktiver Tagesablauf kommt darin nicht vor. In ihm geht es um den alltäglichen Wahnsinn unserer Nahrungsproduktion. Er ist auch weder “objektiv” noch “ausgewogen”. Aber es gibt nicht viele Filme dieser Art. Ich denke, er ist einen Blick wert …

Homepage des Films
Filmkritik
Buch dazu

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