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Kann Nespresso Sünde sein?
1Weihnachten und Kaffeemaschinen – das eine ist nicht ohne das andere zu denken. Jedenfalls bekommt man diesen Eindruck, wenn man in diesen Vorweihnachtswochen durch die Kaufhäuser driftet und all die bunten Maschinen sieht …
Wir kamen von einem Konzert zurück, Kerzenlicht ergoss sich über die rötlich-weihnachtliche Sofatischdecke, das Zimmer war warm und ich beschloss, die heimelige Stimmung zu meinen Gunsten auszunutzen:
„Hach tja“, seufzte ich. „Ein kleiner Abend-Espresso wäre jetzt doch eine feine Sache.“
„Dann geh‘ in die Küche und mach‘ Dir einen“, erwiderte Isabell, die pragmatischste von allen Freundinnen.
„Das könnte ich natürlich tun“, meinte ich gedehnt. „Aber das ist so umständlich.“
Sie: „Was ist daran umständlich? Kännchen füllen, Herdplatte anmachen, Kännchen drauf stellen, Kännchen runter nehmen.“
Ich: „Eben!“
Sie: „Eben?“
Ich: „Das ist so schrecklich retro …“
„Retro“ hatte ich von Sanni. Die arbeitet in einer Werbeagentur und schleppt ständig solche Wörter an.
Isabell schwieg. Sie arbeitete in keiner Werbeagentur und ignorierte Wörter, die sie für inhaltsleer hielt. Nun versuchte ich es direkter:
„Also Matthias, der hat sich vor kurzem eine dieser schicken Nespressomaschinen gekauft und ist völlig hin und weg davon.“
Isabell blieb unbeeindruckt: „Dein Freund Matthias“, sie betonte „dein“, „der war auch hin und weg von dem Plastikhecht an der Wand Deiner Mutter, der immer ‚Merry Christmas‘ plärrt und mit der Flosse schlägt, wenn man an ihm vorbei kommt. Auch, wenn es Ostern ist.“
Über Ostern wollte ich mich jetzt nicht mit ihr unterhalten. Daher nahm ich einen neuen Anlauf:
„Also lassen wir Hans“ – Hans hieß der Plastikfisch – „lassen wir Hans jetzt mal aus dem Spiel. Du musst doch zugeben, dass diese kleinen bunten Kapseln wahnsinnig praktisch sind. Rein damit in die Maschine und fertig.“
Isabell pfffte durch die Zähne, was gemeinhin kein gutes Zeichen ist. Ihr Ton wurde auch ein klein wenig kampfbereiter:
„Eben – rein damit und raus damit! Milliarden von Aluminiumhütchen wandern in den Müll! Findest Du das etwa besonders umweltschonend?“
Mit diesem Argument hatte ich schon gerechnet und auf der Nespresso-Webseite nachgelesen, was man entgegnen könnte. Also hielt ich den Aluminiumhütchen den Gelben Sack entgegen, was mir nur ein weiteres „Pfft“ einbrachte und die Bemerkung, dass ich wohl noch an den Weihnachtsmann glauben würde. Isabell fuhr fort:
„Mal abgesehen von der Umwelt – weißt Du, was Dich das kostet?“
„Na ja, die Maschinen sind gar nicht mal so teuer, dafür, dass sie 19 Bar Druck …“ Weiter kam ich nicht. Mit einem ihrer gekonnten wedelartigen Handbewegungen brachte sie mich zum Schweigen: „Ich meine nicht die Maschinen – ich meine den Kaffee.“
Ich strahlte, denn da wusste ich den Preis centgenau: „32 bis 38 Cent die Tasse!“
Sie: „Eben!“
Ich: „Eben?“
Sie: „Ja, rechne doch mal: In einer Kapsel sind 5 Gramm drin, ein Gramm kostet also rund 7 Cent. Das Kilogramm Kaffee entsprechend satte 70 Euro!“
Hm, so hatte ich das noch nicht gesehen. 70 Euro klang jetzt wirklich nach viel. Okay, ich gab schon mal 14, 15 Euro für einen Hochlandkaffee aus. Aber dieser Betrag stimmte mich nun doch nachdenklich. Ich schwieg. Ich schwieg auch, weil mir keine richtigen Argumente mehr einfielen. Innerlich nahm ich Abschied von der Lattissima EN 670, die ich für läppische 200 plus 50 Euro Kapselgutschein beim Media-Markt in der Blaubeurer Straße gesehen hatte. Aber es stimmte: Es war wichtig, dass man nicht jeden Marketinggag mit machte und gelegentlich die Welt rettete. Ja, meine Isabell – ich strich ihr zärtlich über die Haare. Nur eine Frage hatte ich noch: (weiterlesen …)
Fit mit einem Mokk-Presso
1Da ich nur gelegentlich einen Espresso trinke, bringe ich es einfach nicht übers Herz, 600, 800 oder 1.500 Euro für die entsprechenden Maschinen auf den Tisch zu legen (von dem Platzbedarf dieser Geräte mal ganz zu schweigen). Das gute alte Kännchen für die Herdplatte reicht mir in der Regel. Allerdings hat es mich schon immer gestört, dass man nie genau weiß, wann der Kaffee “durch” ist. Klar könnte man den Deckel lüften, was aber schnell zu einer spritzig-heißen Sache werden kann.
Daher war ich sofort interessiert, als ich ein Modell mit “Loch im Deckel” entdeckte. Im Unterschied zu den bekannten Kännchen hat der Hersteller (Bialetti ist ja ein bekannter Name auf diesem Sektor) der Austrittsdüse ein Ventil verpasst – und das ist ziemlich genial. Denn damit kommt erst mal gar kein Kaffee raus, sondern es wird ein Druck von ungefähr 6 bar [1] aufgebaut, der für die Erzeugung einer “echten” Crema [2] sorgt. Das Ventil öffnet sich nach ca. 3 Minuten schlagartig, innerhalb von 2 – 3 Sekunden ist der Kaffee draußen, das Kännchen sollte auch direkt von der Platte genommen und der Espresso eingeschenkt werden, damit er nicht weiter kocht.
Dieses “Kochen” von Kaffee ist ja eigentlich eher typisch für Mokka – und laut Wikipedia heißt das “ventillose” Kännchen daher auch in allen anderen Ländern “Mokka-Kännchen”.
Ich habe das Teil jetzt seit einer Woche im Einsatz und muss sagen, dass ich recht zufrieden bin. Das was rauskommt, ist eine ganze Ecke besser als das, was man oft in Restaurants vorgesetzt bekommt, die nichts von der Espressozubereitung verstehen. (Wenn ich auch zugeben muss, dass bei meinem Lieblingsitaliener der schwarze Tropfen dann doch noch mal besser schmeckt.)
Also: Wen es interessiert – mit ca. 36 Euro ist man dabei – ich habe meine von Amazon: Bialetti Brikka (das Haushaltsgeschäft Abt in Ulm hat sie auch – allerdings für 10 Euro mehr).
[1] Die Maschinen arbeiten zwar oft mit 9 bar oder mehr, aber für dieses “manuelle” Verfahren ist das ein ganz passabler Druck.
[2] Im Unterschied zur “vorgekaulten” Schaum-Crema, wie man sie z. B. bei Senseo-Maschinen findet.
Senseo Rückrufaktion – pfft!
11Seit vorgestern weiß ich es durch Twitter, heute bringt es auch die Tagesschau: Es gibt einen “Recall” der Senseo-Maschinen. Betroffen sind Maschinen der letzten 2 Jahre – also gar nicht so wenige. Ich habe auch so ein Ding als Zweitmaschine in der Küche stehen, wenn’s mal schnell gehen muss.
Phase 1
Also entsprechende Philips-Seite angeklickt, um zu sehen, ob mein Modell “betroffen” ist. Betroffen bin ja eigentlich ich – nicht die Maschine, aber das ist ein anderes Thema. Also, Seite aufgeschlagen. Toll. Die Holländer haben da ein paar Zahlenreihen mit Modellcodes. Nur, wo man diese Nummer auf, in oder um die Maschine rum findet, das schreiben sie sicherheitshalber nicht. Auch keine Abbildung. Also, vom Büro runter in die Küche, auf Deckel geschaut, nix. Wassertank abgenommen. Nix. Maschine gedreht. Nix. Okay, okay – natürlich wieder unten am Boden. Also zum Spülbecken gegangen und das Teil umgedreht. Wumm, segelt da irgendein Auffangblech raus. Wumm, eine Auffangschüssel folgt. Ich warte, ob noch was kommt. Kommt nicht. Schild entdeckt. Typ-Nummer gemerkt. Hoch in mein Büro. Ja, meine Maschine ist darunter. Mist. – Wie soll es weiter gehen?
Phase 2
Jetzt soll man das Herstellungsdatum heraus finden. Inzwischen taucht auch ein Fragezeichenicon auf. Wenn man clever genug ist, da drauf zu klicken, sieht man eine Abbildung. Ich also runter, Datum geguckt. Rauf. Mein Datum steht nicht in der Liste. Denn mein Datum hat 5 Ziffern. Man darf aber nur 4 nehmen. Ob die ersten 4 oder die letzten, wie auch immer – ich finde es nicht. Also nehme ich ein anderes. Ah! Jetzt kriege ich eine Belohnung! “Ihre Maschine muss zur Reperatur!” wird da angezeigt. Ich klicke also – und lande auf einem weiteren Formular.
Phase 3
Adresse, Telefonnummer usw. ist ja klar. Aber meine Modellbezeichnung ist zu kurz. Es gibt nicht nur einfach “HD7810″. Es gibt “HD7810/60″. Es gibt “HD7810/B”. Es gibt Weiß. Und es gibt “Rabenschwarz”(!). Die Farbe kriege ich gerade noch hin, aber für den Zusatz muss ich wieder runter in die Küche. Ich schaffe das schon!
Phase 4
Eine zweite Formularseite blättert auf. Ich kann ankreuzen, ob ich alle 3 Monate an das Entkalken per Mail erinnert werden möchte. Ich wusste bisher gar nicht, dass man Senseo-Maschinen auch entkalken kann. Trotzdem, nein, ich will mich nicht erinnern lassen. Nein, ich will auch nichts zu Sonderaktionen wissen. Und ab damit. Danach der tröstliche Hinweis, dass ich sicher bald in eine Warteliste aufgenommen werden würde, im Mai (!) das Gerät zur Post bringen dürfe, nach ca. 12 (!) Tagen unter günstigen Umständen auf ein Wiedersehen hoffen dürfe usw. usw. usw. Mann, Mann, Mann …
Nachtrag: Durch das Typenschild weiß ich nun auch, dass meine Maschine in Polen gefertigt wurde. Holländer wollen sie zurück haben. Ich wohne in der Nähe von Bayern. … Ich wittere eine internationale Verschwörung und werde am Ball bleiben!
Mach’ mir den Moonwalk
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Ja, das gute alte Odobenus rosmarus – vulgo Walross genannt. In diesem Video kriegt man eine echt tolle Show zu sehen – und man lernt, dass attraktive Mädels durchaus auf Männer mit ausgeprägten Hüften stehen können! – Wenn dies gefallen hat, dann hätte ich noch den Lord of the Dance zu bieten. – Ganz schön aufregend was? Zuckt das Tanzbein – oder ist Ihr übermäßiger Kaffeegenuss schuld? Ein kleiner Coffein-Test klärt schonungslos auf. – Gelegentlich werden Sie sich sicher fragen, ob Sie mit Ihrem Notebook auch Nüsse knacken können. Aber logo! – Und danach: Zähneputzen nicht vergessen mit dieser praktischen Klapp-Zahnbürste.
Notebook-Kissen und Kaffee-Drucker
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Wenn einmal etwas im Herzen eines Mannes seinen Platz gefunden hat, dann wird es gehegt, umsorgt und gepflegt. Nehmen wir nur zum Beispiel einmal ein Notebook – es wird nicht einfach schnöde auf das harte Knie gelegt. Nein! Dank den einfallsreichen “Laptop Pillows” hat es das kleine Kerlchen immer hübsch weich und gemütlich. Und seinem Besitzer wird nicht mehr gar so schnell durch den Lüfter heiß. – Okay, okay, jetzt werden die weiblichen Leser denken: Typisch, um kalte Maschinen kümmern sich die Männer – aber was ist mit der Romantik? Romantik, die z. B. durch einen liebevoll zubereiteten Cappuccino entsteht mit einer netten kleinen Milchschaumhaube versehen. Kein Problem, wird jetzt der bastelbegeisterte Mann sagen und für 2 Wochen im Büro verschwinden. Strahlend wird er Ihnen anschließend die “Latte Art Printing Machine” vorführen – und Sie werden ihm zu Füßen liegen! – Und zum Schluss noch eine pfiffige Idee für heiße Nächte: Der Bettenventilator. Damit werden Sie Ihre neue Freundin bestimmt beeindrucken!
Kunstvoller Kaffee für harte Typen
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Frauen lieben Cappuccino. Und Sie besitzen einen Milchaufschäumer. Was liegt näher, als beides miteinander zu verbinden? Aber bitte nicht auf die simple Tour – es geht auch kunstvoll, wie diese Fotoserie [oder hier oder hier] beweist.
Sie glauben, so etwas sei nur etwas für Weicheier? Okay, okay – hier die die Cowboy – Lagerfeuer – Variante (deutsch) für Männer, die ihre Nächte gerne im Freien verbringen. Auch das englischsprachige Magazin “INeedCoffee” nimmt sich des Themas an und zeigt, wo sich harte Männer eine Bohne holen können (ein Besuch auf der dortigen Seite lohnt immer – aktuell erfahren Sie z. B. wie man in einer Popcorn-Maschine Kaffeebohnen röstet). Und da wir gerade beim Thema sind: Die Grundregeln der Filter-Kaffeezubereitung hatte ich ja schon mal vor längerer Zeit beschrieben. Ein sehr großes und sehr aktives Forum, in dem die Teilnehmer sogar beschreiben, wie sie die Düsen ihrer Maschinen aufbohren, um den Kaffeegenuss zu verbessern, findet sich im deutschen Kaffee-Netz.
Einen gesonderten Testbericht werde ich demnächst mal zu den Kaffee-Pad-Maschinen à la Senso bringen. Aber da SPIEGEL-Online vor ein paar Tagen kurz auf dieses Thema einging, hier schon mal vorab den dortigen Artikel.






