Beiträge mit tag "CSU
Hier können Sie probemelken!
0Samstagmittag, Fußgängerzone Ulm. Generell bin ich da mit meinen Einkäufen beschäftigt. Doch das Unterbewußtsein von uns Männern schläft nie. So bog ich heute von der Hirschstraße Richtung Fischerviertel mit zwei vollen Einkaufstüten ab. An dieser Ecke pflegt samstags ein gelbes Zelt der Scientologen mit dem verheißungsvollen Stichwort “Urlaubs-Stress-Test” zu stehen. Diesmal waren hier aber Bilderbücher mit Kühen ausgestellt. ‘Na’, dachte ich im Vorbeigehen, ‘neue Masche, Jungs?’
Doch ein kleines Schild machte mich stutzig: “Hier können Sie probemelken!” Dazu ein Schemel, der aus einer neuen IKEA-Modellreihe für Verwegene stammen konnte (“Sitzt Du schon oder melkst Du noch?”). Für einen kurzen Moment überlegte ich, ob ich verharren sollte. Vielleicht kamen ja ein oder zwei Probanden vorbei, die das interessante Möbelstück ausprobieren würden. Angesichts der Schwere meiner Einkaufstüten und der Regentropfen verwarf ich den Gedanken zwar, machte aber zumindest mit meinem Handy ein paar Aufnahmen, um der Sache in Ruhe nachzugehen. Denn es hing da ein Transparent mit der Aufschrift www.plan-deutschland.de – doch das sagte mir nichts. Immerhin konnte ich so direkt ausschließen, dass es sich um eine CSU-Aktion handelte (denn dann hätte es ja www.kein-plan-deutschland.de heißen müssen
). Okay, es ging um eine der üblichen Patenschaftsorganisationen. Und mit obigem Link habe ich im Gegenzug für das ungewöhnliche Fotomotiv auf die Organisation aufmerksam gemacht, damit sind wir quitt, denke ich mal.
Bei meinen Recherchen bin ich allerdings noch auf zwei Webadressen aufmerksam geworden, die mir bis dato völlig unbekannt waren:
ziegen-treff.de Ein Forum rund um Ziegen mit dem verheißungsvollen Untertitel “Bock auf Ziegen”. Die Tipps da kann man bestimmt mal brauchen, wenn man sich so was anschafft. Oder geschenkt bekommt. Hm …
“Netrind mobil” fand ich dann noch einen tollen Namen für eine Software, die auf dem Handheld läuft. Einfach mal ausprobieren, wenn man eine Rinderherde zur Hand hat.
Übrigens erinnere ich in ländlichen Zusammenhängen immer wieder gerne an einen meiner Lieblingsfilme: “Sie sind ein schöner Mann!” …
CSU-Aktion: Männer in Frauenkleidern
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Frauentag ist es! Im vergangenen Jahr hatte ich ja der Gewerkschaft der Polizei zu ihren diesbezüglich geschmackvoll dekorierten Seiten gratuliert. Heuer richte ich diese Glückwünsche stellvertretend für alle Frauen dieser Welt an die Frauen-Union, Sektion CSU, die mich zu einer URL mit dem Titel “www.schluss-mit-dem-unsinn.de” führte. Zuerst stutzte ich ja bei diesem URL-Namen – sollte sich die CSU in der Selbstauflösung befinden? Aber nein. Dort ist ein Kinospot zu sehen, in dem sich Männer Frauenkleider anziehen. Bevor man hier aber voreilige Schlüsse zieht (von wegen Linksruck der CSU oder so), sollte man genau hinhören. Zur Sicherheit hat das Ministerium eine zweite Fassung mit hochdeutschen Untertiteln zum Mitlesen herausgebracht. Jo mei, an Humor hams fei scho, die Bubn und Madeln in Bayern! (Okay, okay – mein Bayerisch ist miserabel, ich geb’s ja zu … Und damit da auch keine Missverständnisse entstehen: Den Film und die Aussage finde ich schon gut gemacht.)
Und da wir uns nun schon mal auf den Webseiten der Frauen-Union tummeln, gleich noch ein Tipp aus dem Bereich Druckerzeugnisse: Leitfaden “Mit Gelassenheit und Köpfchen zum Wahlerfolg!” Vielleicht wäre das ja eine empfehlenswerte Lektüre für Frau Ypsilanti gewesen. Zu spät … ![]()

Vermehrt Euch! – Wie die Sprache das Denken verrät
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ZDF, Berlin Mitte, Trend-Thema: “Kinder kriegen”. Da saß sie, jene Alice Schwarzer, die sich seit Jahrzehnten für Frauen einsetzt. Von ihr kamen in dieser seichten Plauderrunde die einzig vernünftigen Sätze. Zum Beispiel: “Gebären für die Nation? Ich dachte, diese Zeiten wären eigentlich vorbei.” Oder ihr Hinweis darauf, dass man sich doch eigentlich nicht über die “kinderunwilligen Männer” zu wundern braucht. Schließlich habe man ihnen in den letzten Jahren klar gemacht, dass sie gefälligst bei der Erziehung mitzuhelfen hätten, Windeln zu wechseln, schlaflose Nächte, Rückstellung von Karriere, verzicht auf Geld usw. usw. Und nun haben sich das die Männer halt durch den Kopf gehen lassen und sich gesagt: “Echt? Das muss ich dann alles machen? Nö, dann doch lieber nicht.”
Na ja, andere in der Runde waren anderer Meinung und bliesen zur bekannten “Hatz” auf die Kinderverweigerer und Egoisten, die man als neue Schuldige für Rentenkürzungen ausgemacht hat. Das ist jetzt nicht gar so schlimm, weil das Thema ohnehin nur 4 Wochen von der Presse ausgelutscht und dann weggeworfen wird. Aber es gab in der Diskussion eine Stelle, die doch betroffen macht:
Jener CSU-Politiker (Familienpolitiker!) Norbert Geis wurde auf die gute Alice zorning und bellte heraus: “Sie waren ja auch für den Schwangerschaftsabbruch! 300.000 Schwangerschaftsabbrüche – 300.000 die uns fehlen!”
In dieser Sekunde wurde – für mich, andere mögen das anders sehen – deutlich, dass es dem Redner nie um Kinder ging. Nicht um Menschen. Nicht um Menschlichkeit. Einzig und allein um Zahlen, um ein Gerüst, um einen Glaubenssatz. Vielleicht auch um Wahlkampf oder was auch immer. Aber nicht um Menschen. In jenen Jahren, in jener bleiernen, spießigen deutschen Zeit, in der Alice Schwarzer sich für die Legalisierung des Schwangerschaftsabbruchs einsetzte, verbluteten jährlich hunderte von Frauen auf den Schlachtbänken von Pfuschern. Jenen, die sich damals vehement für die weiterwährende Kriminalisierung abtreibender Frauen einsetzten, waren hauptsächlich ihre “Werte” wichtig. Sonst nichts. Daran wollte ich an dieser Stelle doch mal erinnert haben. Denn man muss Politikern ja derartige Sätze nicht durchgehen lassen.
So, und jetzt vermehrt Euch! Oder halt nicht …
Wie die Alten sungen …
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“Jo mei, san mer halt mol e bisserl geschmacklos”, wird sich die Junge Union gestern gedacht haben, als sie die nebenstehende Broschüre unters Volk brachte. Darauf eine Leiche mit dem Etikett “7 Jahre Amtszeit”. Tolles Niveau. Ja, gell, in Bayern – ha – da langt man halt mal gern kräftig hin. So, wie der JU-Chef Mißfelder es für überflüssig hält, älteren Leuten noch ein teures Hüftgelenk zu spendieren – die sterben ja eh bald. Tja, und die Geschichtskenntnisse dieses Unionsnachwuchses hören halt doch abrupt bei einer bestimmten Zeit auf, sonst hätten sie wohl kaum in eben dieser Broschüre (auf S. 9) für eine Mitgliedervorstellung den Titel “Die jungen Stürmer” genommen. Und auf Seite 17 sieht man ein Foto von 4 JUlern, die freudig die Faust nach vorne recken. Untertitel: “Auf in den Kampf.” Wer sich die ganze Broschüre … (weiterlesen …)




