Ein weibliches Spülbecken

Ein (trockenes) Spülbecken, in dem Geschirr gestapelt wurde – auf welches Geschlecht des Kücheninhabers lässt das wohl schließen? Falsch! Mit Geschirr beladene Spülbecken sind typisch weiblich. Frauen haben die Angewohnheit, z. B. direkt nach dem Frühstück Teller und Tassen in besagtes Becken zu räumen. Ein Mann macht so etwas nicht. Aus mehreren Gründen. Erstens ist er sich nicht sicher, ob er nicht vielleicht in ein, zwei Stunden nochmals eine Tasse Kaffee trinken möchte. Für diesen Fall stünden Tasse und Löffel gewissermaßen bereit, wenn man sie dort lässt, wo sie sind. Viel wichtiger aber ist der zweite Punkt: Ein Mann muss das Gefühl haben, jederzeit ungezwungen den Wasserhahn öffnen zu können, um sich beispielsweise zwischendrin ein Glas Wasser zu holen, während er an seinem Computer über gedankenschwere Probleme brütet. Wenn da aber alle möglichen Brettchen und Gläser stehen, kann er wegen der Spritzgefahr nicht einfach aufdrehen – er fühlt sich “ausgebremst” und ärgert sich.
Nein, einem Mann kommt das Becken als Abstellort nicht in den Sinn. Er ist sogar bereit, die Gegenstände sofort in die Spülmaschine zu stellen (die aber evtl. noch das nicht-ausgeräumte Geschirr von Vorgestern beheimatet). Oder neben das Spülbecken. Oder darunter.
Ratlos hingegen ist er, was denn nun diesen weiblichen Urtrieb, Spülbecken mit Geschirr zu befüllen, verursacht. Meine persönliche Erfahrung zeigt, dass es überflüssig ist, ein klärendes Gespräch herbeizuführen. Die Frau wird verständig nicken – und bei nächster Gelegenheit wieder zur Tat schreiten. Momentan denke ich über die Anfertigung einer verschließbaren Spülbeckenabdeckung nach …

{lang: 'de'}