So kennen und lieben wir die Jungs!

Männer sind begnadete Sänger. Oder auch nicht – dann werden sie Popstar, wie der gute Herbert. Grönemeyer. Egal. Die meisten von uns mussten beruflich einen anderen Weg einschlagen und gönnen sich die kleine Morgen- oder Abend-Arie unter der Dusche. Das ist nicht nur reinlich, sondern sogar vom ärztlichen Standpunkt aus empfehlenswert. Die Südwest Presse titelt in ihrer gestrigen Ausgabe:

Sänger sind so fit wie Dauerläufer
Nach der Chor-Stunde vermehrt Immunglobuline im Speichel gefunden – Kinder zum Singen bringen.

Also das “Kinder zum Singen bringen” hat mich zunächst stutzig gemacht, ich dachte immer, das macht man mit Kriminellen. Aber der erste Teil hat mir sofort eingeleuchtet. “Meine Worte!” habe ich zu der besten verfügbaren Frühstückspartnerin gesagt, von der ich einen zweifelnden Blick erntete. Dabei habe ich schon als Kind gerne gesungen! Und mein alter Studienfreund Michael N. (Grüße nach Darmstadt) meinte damals immer in seiner köstlichen trocken-hessischen Art: “Ei, Bub, geh’ zum Radio! Da kann me Disch wenigschtens abstelle!” Ich wusste natürlich, wie’s gemeint war.
Jedenfalls: Männer sind reinliche Wesen. Daher fühlen sie sich unter der Dusche wohl. Da sie zugleich auch musisch geprägt sind, liegt die Kombination von Wasser und Gesang gewissermaßen auf der Hand, oder, um im Bild zu bleiben, im Duschkopf. Vor allem aber: Kacheln verstärken Basstöne hervorragend! Denn Männer sind zudem noch gesellig. Sie wollen, dass ihr soziales Umfeld an ihrem Glück teil hat. Wenn Ihr Partner also demnächst wieder einmal “E Rosina innocentina, sconsolata, disperata, in sua camera serrata fin ch’io voglio star dovra’” (Il barbiere di Siviglia) schmettert, loben Sie ihn!
Um an dieser Stelle nochmals den Artikel zu zitieren: “Mit je mehr Hingabe man singt, desto größer ist der Effekt.”
(Das Bild links oben stammt übrigens von dieser Seite – da gibt’s auch nette Mädels zu sehen – man beachte die feinen Unterschiede in der Körperhaltung!)

{lang: 'de'}