Röchelnde Socken

Ich bin ein großer Befürworter des Einsatzes neuer Medien im Schulbereich. So fiel jüngst mein Blick in der Buchhandlung wohlwollend auf ein Bändchen aus dem Hause des DUDEN-Verlags: „50 MP3-Diktate, 5. bis 10. Klasse“ mit CD-ROM. „Ei“, dachte ich so bei mir, „welch artig Idee! Was mag unseren Mädels und Buben da wohl zum geflissentlichen Gehör gebracht werden?“ Frisch und frei schlug ich das Papier erwartungsvoll in der Mitten auf. Doch dann zogen Falten des Nachdenkens meine Stirne kraus. „Überfall in der Strumpffabrik“ zeigten die großen Lettern. Und ein weiterer Vermerk wies darauf hin, dass dies Stück für Schüler des 12. Lebensjahres gedacht sei.

mp3-diktat.jpg

Nun, es würde sich wohl um ein lebensnahes Lehrstück aus dem Alltag einer Textilfabrik handeln, von deren Sorte wir ja in Deutschland bekanntlich gar viele haben. Die Manufaktur nannte sich „Duftende Socke“ und war gegen ein Schurkenstück nicht gefeit. Wörtlich: „Die Strumpffabrik wurde von Männern mit Strumpfmasken überfallen“. Ja, das machte Sinn. Und wohlgefällig vermerkte ich in meinem Inneren, dass die Autoren nicht zu einer Unterhosenfabrik als Exempel gegriffen hatten. Die überfallene Bedienstete, und hier kam eine gewisse Dramatik in die Aufführung, erlitt einen Asthmaanfall, weil die Lade klemmte. Kampfunfähig wurden die Bösewichte mit einem „Strumpfdisplay“ vom „Strumpfmanager“ geschlagen. Während die Magd weiter röchelte. Für einen Moment versuchte ich, mir die Szene im Detail vorzustellen. Es gelang mir nicht ganz. Meine Kenntnisse über „Strumpfdisplays“ waren doch, stellte ich bei dieser Gelegenheit fest, gar zu lückenhaft. Weitere Beteiligte wurden mit „Dekorationsstücken außer Gefecht“ gesetzt. Mag man darunter Strumpfbänder verstehen? Vielleicht als Katapult? Rätsel über Rätsel.
Ich schlug den Band wieder zu und trollte mich aus dem Bücherladen. In der Sonne schlug mein Herz froh, sich der Tatsache bewusst seiend, dass es alle Diktate der eigenen Schulzeit unbeschadet überstanden hatte. Ob dies mit den Herzen der heutigen Bildungsabsolventen ähnlich verlaufen sollte … ich würde es nicht entscheiden können. Nur hoffen …

3 Kommentare

  1. smoggy
    Jan 30, 2008

    Also Diktate sind doch wirklich etwas feines. Die Welt des Surrealen lässt sich in Ihnen immer wieder schon beim ersten Blick finden. Nicht nur schlimm genug, dass es wirklich genug Lehrer gibt, die zu solchen didaktischen Lehrmethoden wie diesen Büchern greifen nein es werden auch von namhaften Verlagen noch weitere grauenvolle Exemplare erstellt. Auf jeden Fall hast du hier etwas sehr witziges gefunden.

  2. smoggy
    Jan 30, 2008

    Also Diktate sind doch wirklich etwas feines. Die Welt des Surrealen lässt sich in Ihnen immer wieder schon beim ersten Blick finden. Nicht nur schlimm genug, dass es wirklich genug Lehrer gibt, die zu solchen didaktischen Lehrmethoden wie diesen Büchern greifen nein es werden auch von namhaften Verlagen noch weitere grauenvolle Exemplare erstellt. Auf jeden Fall hast du hier etwas sehr witziges gefunden.

  3. smoggy
    Jan 30, 2008

    Also Diktate sind doch wirklich etwas feines. Die Welt des Surrealen lässt sich in Ihnen immer wieder schon beim ersten Blick finden. Nicht nur schlimm genug, dass es wirklich genug Lehrer gibt, die zu solchen didaktischen Lehrmethoden wie diesen Büchern greifen nein es werden auch von namhaften Verlagen noch weitere grauenvolle Exemplare erstellt. Auf jeden Fall hast du hier etwas sehr witziges gefunden.

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mp3-diktat.jpg

Nun, es würde sich wohl um ein lebensnahes Lehrstück aus dem Alltag einer Textilfabrik handeln, von deren Sorte wir ja in Deutschland bekanntlich gar viele haben. Die Manufaktur nannte sich „Duftende Socke“ und war gegen ein Schurkenstück nicht gefeit. Wörtlich: „Die Strumpffabrik wurde von Männern mit Strumpfmasken überfallen“. Ja, das machte Sinn. Und wohlgefällig vermerkte ich in meinem Inneren, dass die Autoren nicht zu einer Unterhosenfabrik als Exempel gegriffen hatten. Die überfallene Bedienstete, und hier kam eine gewisse Dramatik in die Aufführung, erlitt einen Asthmaanfall, weil die Lade klemmte. Kampfunfähig wurden die Bösewichte mit einem „Strumpfdisplay“ vom „Strumpfmanager“ geschlagen. Während die Magd weiter röchelte. Für einen Moment versuchte ich, mir die Szene im Detail vorzustellen. Es gelang mir nicht ganz. Meine Kenntnisse über „Strumpfdisplays“ waren doch, stellte ich bei dieser Gelegenheit fest, gar zu lückenhaft. Weitere Beteiligte wurden mit „Dekorationsstücken außer Gefecht“ gesetzt. Mag man darunter Strumpfbänder verstehen? Vielleicht als Katapult? Rätsel über Rätsel.
Ich schlug den Band wieder zu und trollte mich aus dem Bücherladen. In der Sonne schlug mein Herz froh, sich der Tatsache bewusst seiend, dass es alle Diktate der eigenen Schulzeit unbeschadet überstanden hatte. Ob dies mit den Herzen der heutigen Bildungsabsolventen ähnlich verlaufen sollte … ich würde es nicht entscheiden können. Nur hoffen …

3 Kommentare

  1. smoggy
    Jan 30, 2008

    Also Diktate sind doch wirklich etwas feines. Die Welt des Surrealen lässt sich in Ihnen immer wieder schon beim ersten Blick finden. Nicht nur schlimm genug, dass es wirklich genug Lehrer gibt, die zu solchen didaktischen Lehrmethoden wie diesen Büchern greifen nein es werden auch von namhaften Verlagen noch weitere grauenvolle Exemplare erstellt. Auf jeden Fall hast du hier etwas sehr witziges gefunden.

  2. smoggy
    Jan 30, 2008

    Also Diktate sind doch wirklich etwas feines. Die Welt des Surrealen lässt sich in Ihnen immer wieder schon beim ersten Blick finden. Nicht nur schlimm genug, dass es wirklich genug Lehrer gibt, die zu solchen didaktischen Lehrmethoden wie diesen Büchern greifen nein es werden auch von namhaften Verlagen noch weitere grauenvolle Exemplare erstellt. Auf jeden Fall hast du hier etwas sehr witziges gefunden.

  3. smoggy
    Jan 30, 2008

    Also Diktate sind doch wirklich etwas feines. Die Welt des Surrealen lässt sich in Ihnen immer wieder schon beim ersten Blick finden. Nicht nur schlimm genug, dass es wirklich genug Lehrer gibt, die zu solchen didaktischen Lehrmethoden wie diesen Büchern greifen nein es werden auch von namhaften Verlagen noch weitere grauenvolle Exemplare erstellt. Auf jeden Fall hast du hier etwas sehr witziges gefunden.

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Nun, es würde sich wohl um ein lebensnahes Lehrstück aus dem Alltag einer Textilfabrik handeln, von deren Sorte wir ja in Deutschland bekanntlich gar viele haben. Die Manufaktur nannte sich „Duftende Socke“ und war gegen ein Schurkenstück nicht gefeit. Wörtlich: „Die Strumpffabrik wurde von Männern mit Strumpfmasken überfallen“. Ja, das machte Sinn. Und wohlgefällig vermerkte ich in meinem Inneren, dass die Autoren nicht zu einer Unterhosenfabrik als Exempel gegriffen hatten. Die überfallene Bedienstete, und hier kam eine gewisse Dramatik in die Aufführung, erlitt einen Asthmaanfall, weil die Lade klemmte. Kampfunfähig wurden die Bösewichte mit einem „Strumpfdisplay“ vom „Strumpfmanager“ geschlagen. Während die Magd weiter röchelte. Für einen Moment versuchte ich, mir die Szene im Detail vorzustellen. Es gelang mir nicht ganz. Meine Kenntnisse über „Strumpfdisplays“ waren doch, stellte ich bei dieser Gelegenheit fest, gar zu lückenhaft. Weitere Beteiligte wurden mit „Dekorationsstücken außer Gefecht“ gesetzt. Mag man darunter Strumpfbänder verstehen? Vielleicht als Katapult? Rätsel über Rätsel.
Ich schlug den Band wieder zu und trollte mich aus dem Bücherladen. In der Sonne schlug mein Herz froh, sich der Tatsache bewusst seiend, dass es alle Diktate der eigenen Schulzeit unbeschadet überstanden hatte. Ob dies mit den Herzen der heutigen Bildungsabsolventen ähnlich verlaufen sollte … ich würde es nicht entscheiden können. Nur hoffen …

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  1. smoggy
    Jan 30, 2008

    Also Diktate sind doch wirklich etwas feines. Die Welt des Surrealen lässt sich in Ihnen immer wieder schon beim ersten Blick finden. Nicht nur schlimm genug, dass es wirklich genug Lehrer gibt, die zu solchen didaktischen Lehrmethoden wie diesen Büchern greifen nein es werden auch von namhaften Verlagen noch weitere grauenvolle Exemplare erstellt. Auf jeden Fall hast du hier etwas sehr witziges gefunden.

  2. smoggy
    Jan 30, 2008

    Also Diktate sind doch wirklich etwas feines. Die Welt des Surrealen lässt sich in Ihnen immer wieder schon beim ersten Blick finden. Nicht nur schlimm genug, dass es wirklich genug Lehrer gibt, die zu solchen didaktischen Lehrmethoden wie diesen Büchern greifen nein es werden auch von namhaften Verlagen noch weitere grauenvolle Exemplare erstellt. Auf jeden Fall hast du hier etwas sehr witziges gefunden.

  3. smoggy
    Jan 30, 2008

    Also Diktate sind doch wirklich etwas feines. Die Welt des Surrealen lässt sich in Ihnen immer wieder schon beim ersten Blick finden. Nicht nur schlimm genug, dass es wirklich genug Lehrer gibt, die zu solchen didaktischen Lehrmethoden wie diesen Büchern greifen nein es werden auch von namhaften Verlagen noch weitere grauenvolle Exemplare erstellt. Auf jeden Fall hast du hier etwas sehr witziges gefunden.

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