Mein Konto – das offene Buch

Sie haben Ihr Online-Banking mit allerlei Datenschutz-Geschichten abgesichert? Passwort, Geheimnümmerchen, Dongle, Verschlüsselungsverfahren usw. usw.? Wie putzig!!! Haben wir da etwa nicht jene kleine Gesetzesänderung mitbekommen, die Einsicht in jedes beliebige Konto jeden Bürgers erlaubt, hm?!
Nehmen wir an, Ihr Nachbar, Herr Friedrich Müller, ist Finanzbeamter. Keine große Nummer. Einfach so angestellt mit, na, was wird man da so kriegen im mittleren Dienst, sagen wir mit A 6. Und der Herr Müller mag Sie nicht. Weil Sie nämlich Ihre Kehrwoche nicht ordentlich machen. Und am letzten Wochenende haben Sie die Kehrwoche sogar gar nicht gemacht, und jetzt ist Herr Müller so richtig sauer auf Sie. Er geht ins Büro, an seinen Computer und klickt dort auf einen Button, der eine Verbindung zur Konten-Evidenz-Zentrale (KEZ) herstellt. Dort sind alle Ihre Konten gespeichert. Und zwar wirklich alle. Selbst das, das Sie als Kassenwart des Kleintierzüchtervereins unterhalten. Und wetten wir, er findet irgend etwas, was Sie bei der letzten Steuererklärung nicht angegeben haben? Und sei es ein Konto Ihres Sohnes, der gerade BaföG bezieht.
Ja, unser Müllerchen darf das. Ab 1. 4. 2005. Müllerchen braucht dazu keinen Verdacht, keine Genehmigung, keinen Nachweis, er muss niemanden informieren. Noch nicht einmal der Betroffene, “Abgefragte” hat ein Auskunftsrecht. Das Gesetz ist bereits beschlossen und wurde einfach durchgewunken.
Ach ja, noch eine Meldung brachte SPIEGEL ONLINE heute: Es gab da einen Gesetzentwurf, laut dem die Spitzenverdiener der DAX-Unternehmen ihre Gehälter hätten offenlegen sollen. Dieser Gesetzentwurf wurde heute von der Regierung gestoppt und erst einmal zu den Akten gelegt …




wie meinste das … jeder darf da nachhaken? nur leute die mit finanzen zu tun haben, oder wirklich jeder … also auch mein frisör, mein bäcker oder mein pizzabote? das wäre ja der hammer … besonders, wenn man dann die spitzenverdiener ausklammert.
gerechtigkeit gibts doch nirgends auf der welt
(¿)