Frau ist schlau – Mein schönstes Werkstatterlebnis

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Frauen sprechen mit Autos

er Weltfrauentag naht. Das hat auch der SPIEGEL bemerkt und bringt einen Artikel über eine Fraueninitiative, die sich ums Auto kümmert. “Findige Unternehmerinnen” hätten da ein “Netzwerk” aufgebaut, das u. a. Werkstätten vermittelt, die erstmal fragen würden, um welchen Fehler es sich eigentlich handele. Toll. So eine Werkstatt will ich auch haben. Ich also nicht faul und klicke mich zur Seite “Frau ist schlau” hin (na ja, die Autorin des Artikels hatte übersehen, die URL anzugeben – aber wozu hat man Google).
Dort angekommen werde ich in augenfreundlichem Ockergelb mit Minischrift begrüßt (aber wozu hat man Firefox mit variablen Schriften), erfahre dann alles über eine Kölner Werkstatt und dass die “findigen Unternehmerinnen” seit heute ihre Pressekonferenzen geben. Und wie man sieht: Für Journalisten sind solche Schlagwörter griffig genug, um einen Artikel zu schreiben. Allerdings gibt es auf der Website keinen wirklichen Inhalt: selbst 50 km rund um Ulm kann mir keine frauengeeignete Werkstatt aufgezeigt werden.
Dafür gibt es in der Rubrik “Werkstatterlebnisse” (!) ganze 3 Schreiben von Frauen. Eine Anna-Maria Guth erzählt unter dem Titel “Mein schönstes Werkstatterlebnis” (!) davon, dass sie einmal testen wollte, wann das Reservelämpchen aufleuchtet und deshalb ihren Sprit verfuhr. Aber da leuchtete nichts. Wutentbrannt suchte sie eine Werkstatt auf (wahrscheinlich eine Männerwerkstatt), wo man sie aufklärte, dass ihr Autotyp gar kein Reservelämpchen habe … Und was soll uns diese Geschichte jetzt sagen? Dass Werkstätten frauenfeindlich sind? Ich persönlich würde ganz andere Schlussfolgerungen ziehen … :-)
Also um jetzt nicht falsch verstanden zu werden: Ich hätte gar nichts gegen Werkstätten, die mir in “verständlichen” Worten ihr Vorgehen erklären – ich bin nämlich autotechnisch eine absolute Niete, das gebe ich gerne zu. Und mit Sicherheit gibt es hunderttausend Frauen, die mehr von Autos verstehen, als ich das tue. Aber in diesem Fall lautet mein Fazit: Sehr schönes Beispiel dafür, wie leicht sich Journalisten durch eine Idee, die zwar nett klingt aber keinerlei Substanz hat, veräppeln lassen. Denn Recherche, ob ein Inhalt jenseits der Presseerklärung vorhanden ist, würde Zeit und Mühe bedeuten. SAT1, RTL & Co – you are welcome!

5 Kommentare

  1. Stefan
    Mrz 8, 2006

    Du hast zwar die url veröffentlicht… aber funktionieren tut sie so nicht. ;-)

  2. Herbert
    Mrz 8, 2006

    uups ;-) – korrigiert – danke!

  3. waschsalon
    Mrz 10, 2006

    naja, was heute schon alles als netzwerk bezeichnet wird. da reichts, wenn sich 3 leute zusammentun…

  4. Martina
    Mrz 12, 2006

    Wenn frau einmal erlebt hat, wie Werkstattmeister nebst Altgeselle Defekte am Motor feststellten, die “nachweislich” nicht da waren; beide ihre Rüben in die Motorhaube stecken und irgendwo herumwurschteln, frau dann sich mit dazu beugt und fragt “Was schaut Ihr eigentlich? Ich wollte nur den Luftfilter gewechselt haben..?” Und die Antwort kommt: “Die Zündkerzen sehen aber sehr alt aus und der Zündverteiler scheint auch in die Jahre zu kommen…” (wobei ich beide Teile einige Tage vorher selbst gewechselt hatte… dann kommt frau sich schon ziemlich verarscht vor.

    Von daher kann ich die beiden Frauen mit ihrer Aktion schon recht gut verstehen, denn ich werde mit meinen Erfahrungen mit manchen Autowerkstätten nicht die einzige gewesen sein.

    BTW, gibt es noch andere Handwerker, die meinen: frau weiß nichts, frau taugt nichts, frau verhonepippel ich… frau checkt es sowieso nicht. ;)

  5. P.
    Apr 3, 2007

    Es gibt auch noch Werkstätten, die Frauen nicht “verarschen”!!!!!!!!!!! Auch ohne Werkstattkonzept “Frau ist schlau”.

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