Eiskalte Männer

eiskalt

Sein letzter Weg.

Ich wusste: Die nächsten Schritte konnten über Leben oder Tod entscheiden. Eisig wehte mir der Wind entgegen. Gewiss – ich trug High-Tech-Thermo-Unterwäsche. Darüber einen Ski-Anzug der Marke, mit der die schwedische Skimannschaft 2010 in Vancouver Gold geholt hatte. Dazu den Norwegerpulli von Irmgard, der ganz große Maschen hatte. Natürlich steckten meine Thermo-Socken in Wollsocken, die ihrerseits in Stiefeln aus lappländischem Rentierfell bestanden. Die mongolische Tigerfellmütze war mehrfach gegerbt, mein Gesicht mit nordchinesischem Rindertalg eingerieben und der grönländische Schal ließ nur einen dünnen Schlitz für die Augen frei, die durch eine Sonnenbrille mit dem Schutzfaktor 42 blickten, damit sie nicht schneeblind wurden. Messerscharfe Eiskristalle bahnten sich dennoch ihren Weg durch die kleinste Masche und hinterließen rasiermesserartige mikrofeine Einschnitte auf meiner Epidermis. Ich holte tief Luft. Ich wusste, ich musste diesen Weg gehen. Es gab kein Zurück. Denn hinter mir stand Mona, die coolste Freundin von allen, und schrie mir ins Ohr: „Mann, Mann! Jetzt stell Dich nicht so wegen des Mülls an! Einfach ab in die Tonne und in 10 Sekunden bist Du zurück!“ Während mir der Sturm um die Ohren peitschte klang noch ihr letztes Wort nach, das sie mir voller Verachtung nachrief: „Männer!“

[Bildquelle: CC by ezioman]

3 Kommentare

  1. zentao
    Feb 15, 2012

    Tolle Geschichte
    Gruss zentao

  2. zentao
    Feb 15, 2012

    Tolle Geschichte
    Gruss zentao

  3. zentao
    Feb 15, 2012

    Tolle Geschichte
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Ich wusste: Die nächsten Schritte konnten über Leben oder Tod entscheiden. Eisig wehte mir der Wind entgegen. Gewiss – ich trug High-Tech-Thermo-Unterwäsche. Darüber einen Ski-Anzug der Marke, mit der die schwedische Skimannschaft 2010 in Vancouver Gold geholt hatte. Dazu den Norwegerpulli von Irmgard, der ganz große Maschen hatte. Natürlich steckten meine Thermo-Socken in Wollsocken, die ihrerseits in Stiefeln aus lappländischem Rentierfell bestanden. Die mongolische Tigerfellmütze war mehrfach gegerbt, mein Gesicht mit nordchinesischem Rindertalg eingerieben und der grönländische Schal ließ nur einen dünnen Schlitz für die Augen frei, die durch eine Sonnenbrille mit dem Schutzfaktor 42 blickten, damit sie nicht schneeblind wurden. Messerscharfe Eiskristalle bahnten sich dennoch ihren Weg durch die kleinste Masche und hinterließen rasiermesserartige mikrofeine Einschnitte auf meiner Epidermis. Ich holte tief Luft. Ich wusste, ich musste diesen Weg gehen. Es gab kein Zurück. Denn hinter mir stand Mona, die coolste Freundin von allen, und schrie mir ins Ohr: „Mann, Mann! Jetzt stell Dich nicht so wegen des Mülls an! Einfach ab in die Tonne und in 10 Sekunden bist Du zurück!“ Während mir der Sturm um die Ohren peitschte klang noch ihr letztes Wort nach, das sie mir voller Verachtung nachrief: „Männer!“

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  1. zentao
    Feb 15, 2012

    Tolle Geschichte
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  2. zentao
    Feb 15, 2012

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  3. zentao
    Feb 15, 2012

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Ich wusste: Die nächsten Schritte konnten über Leben oder Tod entscheiden. Eisig wehte mir der Wind entgegen. Gewiss – ich trug High-Tech-Thermo-Unterwäsche. Darüber einen Ski-Anzug der Marke, mit der die schwedische Skimannschaft 2010 in Vancouver Gold geholt hatte. Dazu den Norwegerpulli von Irmgard, der ganz große Maschen hatte. Natürlich steckten meine Thermo-Socken in Wollsocken, die ihrerseits in Stiefeln aus lappländischem Rentierfell bestanden. Die mongolische Tigerfellmütze war mehrfach gegerbt, mein Gesicht mit nordchinesischem Rindertalg eingerieben und der grönländische Schal ließ nur einen dünnen Schlitz für die Augen frei, die durch eine Sonnenbrille mit dem Schutzfaktor 42 blickten, damit sie nicht schneeblind wurden. Messerscharfe Eiskristalle bahnten sich dennoch ihren Weg durch die kleinste Masche und hinterließen rasiermesserartige mikrofeine Einschnitte auf meiner Epidermis. Ich holte tief Luft. Ich wusste, ich musste diesen Weg gehen. Es gab kein Zurück. Denn hinter mir stand Mona, die coolste Freundin von allen, und schrie mir ins Ohr: „Mann, Mann! Jetzt stell Dich nicht so wegen des Mülls an! Einfach ab in die Tonne und in 10 Sekunden bist Du zurück!“ Während mir der Sturm um die Ohren peitschte klang noch ihr letztes Wort nach, das sie mir voller Verachtung nachrief: „Männer!“

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  1. zentao
    Feb 15, 2012

    Tolle Geschichte
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  2. zentao
    Feb 15, 2012

    Tolle Geschichte
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  3. zentao
    Feb 15, 2012

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