Pawlow

klingeling

Eine kleine Stelle in “Flavia de Luce – Mord im Gurkenbeet” gefällt mir besonders: Die ältere Schwester der 11-jährigen Flavia weigert sich entschieden, an die Tür zu gehen, wenn es klingelt. Das sei so “Pawlow”. Nun spielt die Handlung in den 50-er Jahren – was hatten die da schon an akustischen Reizen? Die Türklingel, Telefon und noch die Glocke des Kirchturms. Wenn man sich bei einem “Durchschnitt-Internet-Nutzer” heute umschaut, dann hat der aber deutlich mehr zu bieten: kurzer Ton bei SMS, Sound bei Handyanruf, Summton bei Festnetz, Türklingel in zwei Varianten, Terminkalender und Mail-Eintrudel-Töne auf dem Smartphone, Notebook und PC, “Neue-Nachrichten”-Piep beim Twitter-Client und Facebook usw. usw. Radio- und Verkehrsnachrichten-Jingles gar nicht mitgezählt. Auf gut 20 Sounds, Pieps, Summsumms und Vibrationstöne bringt man es da locker. Bei diesem Überangebot wäre der Hund von Pawlow bestimmt durchgedreht – oder verhungert. – Der richtige Zeitpunkt, um noch eine der Uralt-Platten aufzulegen: “Sound of Silence” (Simon & Garfunkel, YouTube – nebenbei: ruhig mal wieder auf den Text achten).

[Bildnachweis: BluegrassAnnie, CC]

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