hörbar
Musik, die ich mag …
Stacey Kent – feiner Jazz
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Stacey Kent
Wie gewohnt ein kleiner Hörtipp zum Wochenende: Stacey Kent hat nun schon länger auch in Deutschland einen Namen als sehr gute Jazz-Stimme. Zwar bewegen sich die Stücke im “traditionellen” Bereich, kommen aber zum Glück nicht so rauchig-dunkel-sattsam bekannt daher – sondern deutlich frischer. Wer Stacey noch nicht kennt, dem sei ein Besuch auf ihrer Homepage empfohlen (auf der auch längere Probestücke zu finden sind). Das aktuelle Album “Breakfast On the Morning Tram” gibt es bei iTunes in der Plus-Version. Mir persönlich gefällt das vorherige Album “The Boy Next Door” allerdings ein Stück besser (iTunes-Link).
Verlass die Stadt
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Der ein oder andere mag in den letzten Tagen öfters den Gedanken gehabt haben “Verlass die Stadt”, angesichts der Hupkonzerte und wehenden Fahnen. Gemeint ist aber diesmal Gustav, der eigentlich Eva ist. Genauer: Eva Jantschitsch aus Graz legt unter diesem Titel ihr zweites Album vor, das wiederum recht gute Kritiken erhält. Mir persönlich gefällt sie, weil sie eine der wenigen aktuellen deutschen Sängerinnen ist, die Mut zum Experiment mit der Sprache haben. Außerdem beeindruckt mich ihre Homepage – “minimalistisch” im guten Sinn dürfte da wohl die richtige Bezeichnung sein. Dort gibt es auch verschiedene Songs von ihr als vollständigen Download, bei Youtube sind auch einige Videos zu finden. Und hier noch der iTunes-Link.
Bo Diddley: I’m A Man
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So um 1940 rum, Bo Diddley war gerade 12 Jahre alt, bekam er von seiner Schwester eine einfache Gitarre geschenkt. Da Bo zuvor Geigenunterricht genommen hatte, stimmte er die Gitarre wie eine Geige und zupfte mit dem Plektrum die Saiten ebenfalls wie von der Geige gewohnt. Eines der ersten Stücke, das er Jahre später bei einer Plattenfirma unterbrachte, hieß “I’m A Man”. Ein schönes, ein altes Blues-Stück (mit einem recht frechen Text
). Daher lohnt es sich vielleicht, das Teil mal wieder auf den Plattenteller zu legen: anhören bei last.fm, iTunes-Link.
Heute starb Bo Diddley im Alter von 79 Jahren.
Quadro Nuevo – Satter Tango
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Heiße Nächte, schwitzende Körper, laute Musik und erotische Gedanken – nein, ich meine damit keine “Public View”-Fußballübertragung. Es sind die argentinischen Rhythmen, die uns Männer in diesen Tagen durchfahren, die Gedanken an tropische Urwälder, Rufe der Papageien, eisgekühlte Caipirinhas usw. Okay, okay, Caipirinha hat wohl seinen Hintergrund in Brasilien, aber da wollen wir mal nicht kleinlich sein. Jedenfalls spielt die Gruppe “Quadro Nuevo” einen wirklich satten Tango. Zu hören auf Ihrer CD “Tango Bitter Sweet” (iTunes | Amazon). Dazu dann noch ein passendes Foto als Desktophintergrund (Motiv 1 | Motiv 2) – und die Nacht kann kommen! (Übrigens: In den nächsten Tagen erscheint das neue Album “Antakya” – und am Sonntag, 1. 6. 08, spielt die Gruppe im Ulmer Zelt).
Candy Dulfer – Funky, funky
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Und zum Wochenende mal wieder was aus der Funk-Ecke, denn unser guter James Brown hinterlässt da ja schon eine große Lücke. Aber die Niederländerin Candy Dulfer (Homepage) schwingt da ja auch ein gut abgehangenes Altsaxophon. Also mal den “Candy Shop” aufgelegt (iTunes|Amazon). Für den südamerikanischen Touch empfehle ich, “La Cabana” anzuspielen. Und für den Abend an der Bar, während die Regentropfen draußen vor der großen Scheibe halt machen: “L.A. City Lights”. – Okay, ich leg noch einen drauf aus der ganz anderen Ecke: Simone Dinnersteins wunderbare Interpretation der Goldberg-Variationen (iTunes-Plus). Wer also seinen Glenn Gould im Regal stehen hat, der möge einmal vergleichen …
Ludovico Einaudi: Divenire
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Ich finde es schwer, ruhige und minimalistische Musik zu finden, die nicht gleich in gar zu seichtes New-Age Entspannungs-Plätschern abgleitet. Daher bin ich froh, gerade Ludovico Einaudi entdeckt zu haben. Sein Album “Divenire” gefällt mir ausgesprochen gut. Laut seiner Vita betätigt sich der italienische Pianist wohl schon lange auf unterschiedlichen Feldern: Von Klassik über Orchestermusik bis hin zu Jazz ist seine Handschrift zu finden. Wie auch immer: Ich empfehle mit einem guten Glas Whisky in der Hand den Küchenstuhl auf die Veranda zu stellen, die Beine hochzulegen, in das Abendrot zu schauen und dieser Musik zu lauschen, während die Viehherden friedlich grasen … ![]()
Link zu Amazon.
Link zum iTunes-Special.
Link zur Homepage von Ludovico Einaudi.
Ohrient – halt was für’s Ohr
0Wann immer ich die Leere des menschlichen Daseins fühle, z. B. bei der Fahrt im Bus, beim Gang in den Supermarkt oder in den Hallen des Finanzamts, greife ich zu meinem MP3-Player und vertreibe mir die Zeit mit einem interessanten Podcast oder einem guten Hörbuch. Drum gibt es dazu auch immer mal wieder ein Posting in diesem Blog, aber ich denke mal, mit der Zeit könnte das jene Leser nerven, die damit nichts am Hut haben. Einfache Lösung: Ich lagere solche Beiräge in einen neuen Blog aus, da kann ich dann auch mal – neben Tipps und Empfehlungen – technische Tutorials einblenden oder zum Literaturbetrieb an sich was schreiben.
Und welches Ereignis ist für die Eröffnung eines solchen Hör-Literatur-Blogs geeigneter als die Frankfurter Buchmesse? Eben! Als einfallsreichen Namen habe ich mir “O h r i e n t” überlegt, gut, gell? ![]()
So, hier geht es zum neuen Blog. Oder gleich den Feed abonnieren.
Perry völlig kostenlos
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Perry hat Ärger mit Spam. Und – obwohl er das gesamte freie Universum regiert – kennt er exakt die Preise von Staubsaugern in Kaufhäusern. Toller Hecht – ich hatte ja kürzlich über den guten alten Perry Rhodan berichtet. Da gestern mit Band 2400 ein neuer Zyklus begonnen hat, gibt es eine ganz besondere Überraschung: Der Band ist als Audiodatei kostenlos downloadbar, man muss sich noch nicht mal registrieren. Immerhin 6 1/2 Stunden Hörgenuss, auf Wunsch sogar in CD-Qualität.
Der Sprecher Renier Baaken ist übrigens ziemlich gut – einfach mal ein paar Minuten reinhören.
Wer den Anschluss verpasst hat (ich bin bei den Universen auch nicht mehr auf dem Laufenden), der findet eine Kurzbeschreibung hier. Aber das Maß aller Dinge ist für Einsteiger und Fortgeschrittene immer noch die Perrypedia. – (Via “Hörbuch- und Podast-Blog”.)
Hörbares Niveau – ganz kostenlos
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Klar, Sie können bei der nächsten Einladung die üblichen Blumen, Pralinen oder den gewohnten Kasten Bier mitbringen. Aber vielleicht würde man sich ja auch über ein Hörbuch freuen, das nicht unbedingt Otto-Witze oder “Die besten Fußballhöhepunkte” enthält. Wie wäre es mit Stücken von Tucholsky, Rilke, Pestalozzi, Edgar Allan Poe usw.? Die stehen direkt als kostenloser Download bei RioloMedia zur Verfügung. Runterladen, brennen, nette Hülle drumherum – und schon wird die hübsche Lehramtsstudentin von Nebenan ganz schön gucken!
(Das auf dem Cover links ist übrigens Klabund, von dem die nette Geschichte “Das Lächeln der Margarete Andoux” in der Sammlung dabei ist.)
Sei Nr. 3 in Deinem Leben!
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Männer wollen oft die Nr. 1 sein. Aber, wie schon der Highlander sagt, es kann nur einen geben. Na gut, dann Nr. 2? Ebenfalls verkehrt! Das wahre Glück erreicht man erst als Nr. 3: Man hat bei Sportwettbewerben die Gewinner gefilmt, während sie auf ihre Treppchen stiegen und sich unbeobachtet fühlten. Logo, Gold strahlte vor sich hin. Der Silber-Gewinner hingegen sah höchst unzufrieden aus – er verglich sich mit dem ersten und murmelte in Gedanken “Nur 3 Millisekunden, nur 2 Millisekunden, nur 1 Millisekunde – und ich wäre dort oben!” Und unser dritter Mann? Sah der noch unzufriedener aus? Nein – im Gegenteil. Er schmunzelte höchst zufrieden vor sich hin. Denn er dachte bei sich: “Mann, nur 3 Millisekunden langsamer – und ich wäre Nr. 4 geworden, und kein Schwein würde mehr an mich denken!” Also die alte Geschichte: Wohlfühlen ist eine Frage, mit wem man sich vergleicht.
Diese durchschlagende Erkenntnis verdanke ich Eckart von Hirschhausen, ein “echter” Doktor, der sich ein wenig mit der Glücksforschung beschäftigt hat und das wirklich humorvoll rüberbringt. Er ist im Moment zwar in vielen Talkshows zu sehen, aber die beste und “erkenntnisreichste” Unterhaltung mit ihm wurde vor einigen Tagen in “SWR Leute” geführt. Hier der Podcast dazu, der sich wirklich lohnt! (Kleiner Tipp: seine aktuelle CD “Glücksbringer” ist als Download bei audible.de vorhanden – für unter 10 Euro, wenn man das mit dem kurzen Monatsabo kombiniert.)
Feurige Autos – schnelle Frauen
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In den letzten Jahren kombinieren die Autohersteller ja ihre Reklame mit Naturaufnahmen, menschen- und autoleeren Straßen, Sonnenuntergängen usw. usw. – und natürlich mit einfühlsamer Musik. So ist bei der Werbung für den neuen Fiat Bravo eine rauchige Frauenstimme zu hören, die den Italiener im Manne weckt. Sie gehört Gianna Nannini, bei dem Song handelt es sich um eine Bearbeitung ihres Stückes “Meravigliosa creatura” und als Hörtipp empfehlen möchte ich ihre aktuelle CD “Grazie” (iTunes). Dazu einen starken Espresso, mit der Sonnenbrille gen Himmel schauen – und schon ist man in einer anderen Welt.
YouTube: Werbefilm von Fiat; YouTube: bearbeitete Song-Variante.
Na, da wir gerade beim Thema sind, schiebe ich hier noch etwas von Ballantines nach (Video) mit einer sehr schönen Callas-Arie. Aber eigentlich nur, weil Katja sind mit Händen und Füßen wehrt, als romantisch zu gelten
Männliche Brigitte
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Andreas hat es nicht einfach in seinem Alltag. Er ist ein Mann. Und er ist von Frauen umgeben. Genauer: von 100 Frauen. Er ist nämlich Chefredakteur der Frauenzeitschrift Brigitte (Männeranteil in der Redaktion: 5 Stück). Kein Wunder, dass er mit der Zeit ins Grübeln kommt. Zum Beispiel über das “Beckenbodentraining” und seine Bedeutung für Männer (SWR1-Podcast, 12. 6. 07, 15:04 min). Wahrscheinlich haben ihn auch nicht mehr die Weblogs der Brigitte-Online-Ausgabe ausgefüllt (dort sehr nett z. B. “Flirten, Forschen, Feiern”), so dass er gemeinsam mit seinem Bruder das Buch “Anleitung zum Männlichsein” schrieb (gibt es auch als Hörbuch).
Ich persönlich mag solche Bücher nicht. Ich glaube nicht an die “Orientierungslosigkeit” der Männer und denke auch, dass recht simple Ratschläge wie “sich entscheiden sollen” oder “ein Mann darf sich nicht abhängig machen” usw. nichts mit dem Geschlecht zu haben. Auch nicht Plattheiten, dass Männer “müde” sind oder “es allen recht machen wollen”. Wie grauenhaft gequält man ein solches Thema behandeln kann, hat zuletzt das Buch “Männer” von Dietrich Schwanitz gezeigt. Okay, das Buch von Lemberts ist ein ganzes Stück besser, ein ganzes Stück leichter und nicht gar so “oberlehrerhaft” und auch nicht verbissen. Warum allerdings manche Rezensenten es für “amüsant” halten, erschließt sich mir nicht ganz. Zugegeben, ich habe das Werk jetzt nur quer gelesen, fand es aber insgesamt recht trocken geschrieben.
Aber ich will den Autoren nicht unrecht tun: sie rackern sich redlich ab in ihrem Bemühen, Männern unter die Arme zu greifen. Tja, wenn die ihnen mal bloß nicht davonlaufen … ![]()
Gute Besprechung beim Deutschlandradio.
Podcast NDR-Kultur, Wickert, hier wird ausführlich der Inhalt besprochen.
iTunes-Miniskript und kostenloses Buch
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Bei fsclog habe ich gerade gesehen, dass ein 18-MB-dickes iPod-”Buch” als PDF downloadbar ist. Nun ja, die Erwartungen sollte man nicht zu hoch schrauben, ist eher ein “Zubehör-Katalog”, aber zwischendrin gibt es auch ein paar nützliche Artikel zu iTunes. … … Das Thema gibt mir die Gelegenheit auf ein Skript hinzuweisen (Mac und Win), das wirklich nützlich ist: Man markiert in iTunes beliebig viele Dateien, startet das Skript kurz – und husch sind alle Stücke mit einer Bookmark-Funktion versehen. Wenn man also längere Podcasts hat und zwischendrin mal ein paar Musiktstücke hört, kann man danach beim Audiobericht “nahtlos” fortsetzen und muss nicht rumsuchen. Hier gibt es das Skript “Abspielposition merken”.
Emmi und Leo
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Emmi hat Schwierigkeiten mit der Tastatur. Und sie ist temperamentvoll. Das merkt man am Ton ihrer Mails, mit denen sie versucht, ein Stadtmagazin (Like) abzubestellen. Leo (Leike) lässt das anfänglich ziemlich kalt, da er sich als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni keineswegs für zuständig hält. Irgendwann klärt er aber Emmi dann doch auf, dass es bei einer Mail-Adresse auf jeden Buchstaben ankommt. Das ist der Anfang einer langen Geschichte
Das Buch Gut gegen Nordwind von Daniel Glattauer war mir zwar in den letzten Wochen öfters bei Besprechungen begegnet, aber ich wollte eigentlich nicht dazu greifen. In zu schlechter Erinnerung habe ich noch dünne Filme wie E-Mail für Dich oder Das Netz aus den 90-er Jahren. Warum auch immer: An Pfingsten spielte ich die Hörbuchvariante auf meinen Nano und siehe da, der Roman ist ja richtig gut! Mehr noch die beiden Sprecher (Andrea Sawatzki und Christian Berkel) sind hervorragend. Insbesondere Emmi ist derart überzeugend, dass mir so manche Bekanntschaft von früher plastisch vor Augen stand. In diesem Fall bin ich der festen Überzeugung, dass das Hörbuch der Printausgabe deutlich überlegen ist.
Aber der Inhalt selbst ist eben auch überzeugend. Ein Spiel zwischen zwei Unbekannten, die sich alleine durch Buchstaben erfahren. Ich hätte vorher nicht gedacht, dass man diese Gedanken und Gefühle ohne erklärenden Zwischentext verstehbar machen kann. Und auch nicht, dass mit einem derartigen Thema ganze 375 Minuten gefüllt werden können, ohne dass einem langweilig wird (von ein paar wenigen Längen abgesehen, die verzeihbar sind). Und es finden sich pfiffige Ideen darin, wie z. B. das abgesprochene – Treffen in einem Café an einem Nachmittag, ohne dass man sich zu erkennen gibt (Leo hatte behauptet, er würde Emmi allein auf Grund ihrer Worte unter jeder Menschenmenge identifizieren können). Oder das gemeinsame Trinken um Mitternacht, jeder in seiner Wohnung, jeder vor seinem Monitor so was kennen ja viele von uns, die schon mal längere Chatsitzungen hinter sich gebracht haben.
Eine sehr schöne, sehr humorvolle Sprache ist Glattauer ebenso gelungen und das Kunststück, ein Ende zu finden, das passt nicht ganz einfach bei dieser Materie.
Hier gibt es eine Hörprobe (leider in dürftiger Tonqualität – die CDs sind einwandfrei).
Und hier eine Besprechung vom Deutschlandradio.



